
Sie stehen vor dem Tempelhaus, einem gotischen Patrizierhaus an der Südseite des Marktplatzes. Es wurde um 1350 erbaut. Im 16. Jahrhundert ging das Wohnhaus an die Familie von Harlessem, die lange das Bürgermeisteramt in Hildesheim innehatte. Über dem Türbogen sehen Sie ihre Wappen mit den Monogrammen R.v.H. und E.v.H., die wohl auf zwei Brüder, Roleff und Eggert von Harlessem, hindeuten. Schauen Sie auf den Erker. Er entstand 1591 und gilt als Meisterwerk der Steinmetzkunst. In seinen Brüstungsfeldern sind Wappen der Familie von Harlessem zu sehen und vier zum Teil ergänzte Reliefs aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. Bis 1805 blieb das Haus bei dieser Familie. Beim Luftangriff am 22. März 1945 wurden fast alle Bauwerke am Marktplatz zerstört. Übrig blieben neben dem Marktbrunnen Teile des Rathauses und des Tempelhauses, dessen Fassade mit den zwei aufgesetzten Türmchen und dem Erker weitgehend unbeschädigt blieb. Schon 1952 wurde das Tempelhaus wieder aufgebaut. Woher der Name kommt, ist unklar. Populär, aber wohl kaum zutreffend ist die Erklärung, hier habe die erste Synagoge Hildesheims gestanden. Dafür wurde angeführt, dass sich zwischen Tempelhaus und Wedekindhaus der Eingang in die Judenstraße befindet. Nach neuerer Auffassung geht der Name auf eine Bemalung der Giebelfront aus dem 16. Jahrhundert zurück. Sie zeigte zwei aufeinander zureitende Turnierritter, die die Bevölkerung mit dem Templerorden verband. Auch der archäologische Befund ist umstritten: Einige sehen unter dem Haus Reste einer Mikwe als nachgewiesen an, andere halten ein solches Bad im Keller für technisch nicht möglich. Im Erdgeschoss ist heute die Touristinformation, im obersten Stockwerk eine Webcam mit Blick über den Marktplatz. Bei Ausgrabungen entdeckte man, dass es schon vor dem Tempelhaus eine Bebauung gab, und das Fundament eines Turmes oder einer Kemenate aus dem 12. Jahrhundert.
Sie stehen vor dem Tempelhaus, einem gotischen Patrizierhaus an der Südseite des Marktplatzes. Es wurde um 1350 erbaut. Der Renaissance-Erker von 1591 gilt als Meisterwerk der Steinmetzkunst. Woher der Name kommt, ist unklar.
Du stehst vor dem Tempelhaus. Es wurde um 1350 gebaut, das ist fast siebenhundert Jahre her. Schau auf den Erker, den Vorbau an der Hauswand. Er zeigt steinerne Bilder aus einer Geschichte der Bibel, vom verlorenen Sohn. Warum das Haus Tempelhaus heißt, weiß man nicht genau. Vielleicht kommt der Name von einer Malerei aus dem 16. Jahrhundert. Darauf ritten zwei Turnierritter aufeinander zu, und die Leute dachten an den Templerorden. Im Erdgeschoss ist heute die Touristinformation. Wie würdest du das Haus nennen?
Koordinaten: 52.1525, 9.95186 · auf der Karte