Stadtohr

Stadtrundgang Hildesheim · Station 14 von 16

St. Andreas

1883 · kirche, gotik, reformation, kirchturm

Eine große gotische Kirche aus dunkelgrauem Stein. Ein hoher, viereckiger Turm trägt einen schlanken, spitzen Helm mit hellgrünem Dach. Das lange Schiff hat ein steiles rotes Ziegeldach, hohe Spitzbogenfenster mit Maßwerk und Strebepfeiler. Rundherum liegen Häuser mit roten Ziegeldächern, davor steht ein Laubbaum.
Foto: unbekannt, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine große gotische Kirche aus dunkelgrauem Stein. Ein hoher, viereckiger Turm trägt einen schlanken, spitzen Helm mit hellgrünem Dach. Das lange Schiff hat ein steiles rotes Ziegeldach, hohe Spitzbogenfenster mit Maßwerk und Strebepfeiler. Rundherum liegen Häuser mit roten Ziegeldächern, davor steht ein Laubbaum.

Ausführlich

Sie stehen vor St. Andreas, einer der großen Hauptkirchen Hildesheims, der evangelisch-lutherischen Bürgerkirche. Schauen Sie hinauf. Der Turm ist 114,5 Meter hoch und damit der höchste Kirchturm Niedersachsens. 364 Stufen führen hinauf. Seine endgültige Höhe erreichte er erst 1883, vorher ragte er kaum über den Rest des Gebäudes hinaus. Die Geschichte der Kirche beginnt mit einer schlichten vorromanischen Kapelle, die schon für das Todesjahr Bischof Bernwards 1022 angenommen wird. Bischof Godehard wurde hier nach seinem Tod 1038 aufgebahrt, damit das Volk trauern konnte. In romanischer Zeit verlagerte sich das Zentrum der Markt- und Handwerkersiedlung aus der feuchten Niederung zwischen Domburg und Michaeliskirche hierher, und die Kapelle wurde durch eine romanische Kirche ersetzt. Die gotische Kirche wurde Ende des 14. Jahrhunderts begonnen, der Chor 1389, das nördliche Seitenschiff 1404, der Turm 1503. Der Innenraum mit Chorumgang und Kapellenkranz erinnert an französische Kathedralen. Wie die Marktkirchen in anderen Bischofsstädten stand St. Andreas im Hochmittelalter für das bürgerliche Selbstbewusstsein gegenüber dem Bischof, dessen Macht sich im Dom darstellte. In der Reformationszeit verband sich dieser Gegensatz mit der Glaubensfrage. 1542 wurde hier als erstes in Hildesheim lutherisch gepredigt, und von hier führte Johannes Bugenhagen die neue evangelische Kirchenordnung ein. Daran erinnert seit 1995 ein Brunnen-Denkmal von Ulrich Henn auf dem südlichen Vorplatz. Am 22. März 1945 brannte die Kirche völlig aus, nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben stehen. Abgesehen vom Dom wurde keine andere Kirche in Hildesheim so stark beschädigt. Von 1956 bis 1965 wurde sie annähernd originalgetreu rekonstruiert, am 29. August 1965 weihte Landesbischof Hanns Lilje sie wieder ein. Die Orgel, 1965 und 1966 von Rudolf von Beckerath gebaut, hat 63 Register und 4734 Pfeifen und gehört zu den größten Orgeln Norddeutschlands. An der Kirche brüten Wanderfalken.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Andreas, der evangelisch-lutherischen Bürgerkirche am Andreasplatz. Ihr Turm ist 114,5 Meter hoch und der höchste Kirchturm Niedersachsens. Er erreichte diese Höhe erst 1883. 364 Stufen führen hinauf.

Für Kinder

Du stehst vor einer Kirche mit dem höchsten Kirchturm in ganz Niedersachsen. Er ist 114,5 Meter hoch. Wer hinaufsteigen will, muss 364 Stufen gehen, auf einer steinernen Wendeltreppe. Das geht an Wochenenden und in den Ferien. Oben hat man einen weiten Rundblick über die Stadt. An der Kirche brüten Wanderfalken. Im Krieg brannte die Kirche ganz aus, nur die Mauern und der Turm blieben stehen. Danach wurde sie wieder aufgebaut. Schau nach oben: Kannst du einen Vogel sehen?

Quellen

Koordinaten: 52.151666666, 9.95 · auf der Karte

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