
Sie stehen auf dem Historischen Marktplatz. Hier haben Sie die Häuser gesehen, von denen wir erzählt haben: auf der Ostseite das Rathaus, auf der Südseite Wedekindhaus und Tempelhaus, gegenüber dem Rathaus das Knochenhaueramtshaus mit dem Bäckeramtshaus daneben. Die Zunfthäuser der Handwerkervereinigungen standen in zentraler Lage am Marktplatz der Altstadt. Und hier sehen Sie, was am 22. März 1945 geschah. An diesem Tag zerstörte der Luftangriff am Marktplatz fast alle Bauwerke. Übrig blieben neben dem Marktbrunnen nur Teile des Rathauses und des Tempelhauses. Zuerst wurde anders gebaut. 1950 entstand an der Südseite ein schlichter Sparkassenbau, 1962 an der Stelle des Knochenhaueramtshauses ein siebengeschossiges Hotel. Vielen Hildesheimern galt das Knochenhaueramtshaus aber weiter als das Symbol Alt-Hildesheims. In den 1980er Jahren ergab sich die Chance. Das Hotel ging in Konkurs, die Sparkasse plante einen Neubau, und die Stadtverwaltung beschloss, den historischen Marktplatz mit seiner Randbebauung vollständig wieder aufzubauen. An der Nord- und der Südseite stellte man nur die Fassaden wieder her. Das Knochenhaueramtshaus und das Bäckeramtshaus baute man von 1986 bis 1989 auch im Innern in traditioneller Fachwerkbauweise neu. Das war umstritten, in der Stadt wie unter Denkmalpflegern. 1989 fand eigens in Hildesheim eine Fachtagung zur Rekonstruktions-Debatte statt. 2017 wurden beide Fachwerkhäuser ins Denkmalverzeichnis eingetragen, als herausragende Geschichtszeugnisse westdeutscher Stadtreparatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seitdem gilt der Marktplatz als die Gute Stube der Stadt: Ein prächtiges Fachwerkhaus reiht sich ans andere. Die Stadt selbst ist älter als jeder dieser Giebel. Nördlich von Hildesheim, bei Harsum, fand man eine der ältesten bäuerlichen Siedlungen Norddeutschlands, um 5700 vor Christus. Wo der Handelsweg Hellweg die Innerste querte, bestanden vermutlich schon in vorfränkischer Zeit eine Siedlung und ein Heiligtum. Der Name Hildesheim enthält den alten deutschen Personennamen Hildin oder Hildini, zu althochdeutsch hiltia, das heißt Kampf. In dieser Form gibt es ihn seit Anfang des 13. Jahrhunderts, 1022 ist die Form Hildeneshem belegt.
Sie stehen auf dem Historischen Marktplatz von Hildesheim. Am 22. März 1945 wurden hier fast alle Bauwerke zerstört. In den 1980er Jahren beschloss die Stadt, den Platz mit seiner Randbebauung vollständig wieder aufzubauen. Heute gilt er als die Gute Stube der Stadt.
Du stehst auf dem Marktplatz von Hildesheim, mitten in der Altstadt. Am 22. März 1945 haben Bomben hier fast alle Häuser zerstört. Übrig blieben nur der Brunnen und Teile von zwei Häusern. Viele Jahre später haben die Menschen den Platz wieder aufgebaut. An manchen Häusern nur die Vorderseite, am Knochenhaueramtshaus und am Bäckeramtshaus alles, auch innen, aus Eichenholz. Seitdem nennt man den Platz die Gute Stube der Stadt. Wie sieht eine Gute Stube bei dir zu Hause aus?
Koordinaten: 52.1528, 9.9517 · auf der Karte