Stadtohr

Stadtrundgang Heidelberg · Station 15 von 16

Alte Brücke

1788 · brücke, neckar, eisgang, karl theodor

Alte Brücke
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen auf der Alten Brücke. Offiziell heißt sie Karl-Theodor-Brücke. Sie verbindet die Altstadt mit dem Neuenheimer Ufer des Neckars. Gebaut wurde sie 1788 unter Kurfürst Karl Theodor aus rotem Sandstein. Es war die neunte Brücke an dieser Stelle. Schauen Sie am Südende zum Brückentor mit den zwei Türmen. Es existiert schon seit dem Mittelalter. Den Namen Alte Brücke bekam sie inoffiziell, als 1877 mit der Friedrichsbrücke eine zweite Brücke gebaut wurde. Die Römer hatten weiter westlich schon eine Brücke gebaut. Nach ihrem Verfall blieb Heidelberg fast ein Jahrtausend brückenlos, im Sommer überquerte man den Neckar durch Furten. Nach der planmäßigen Stadtgründung entstand wieder eine Brücke, erstmals urkundlich erwähnt 1284. Ihre Lage war genau auf den Stadtgrundriss mit dem Marktplatz abgestimmt. Das Geschick dieser Brücken war meist kurz: Eisgang zerstörte die erste 1288, die zweite 1308, die dritte 1340, die vierte um 1400 und die fünfte 1470. Die sechste ist durch Sebastian Münster überliefert, sie hatte acht steinerne Pfeiler und eine gedeckte hölzerne Bahn. Am Nordende stand der Affenturm mit dem berühmten Brückenaffen. 1689 sprengten die Franzosen unter Mélac im Pfälzischen Erbfolgekrieg die siebte Brücke. Fast zwanzig Jahre behalf man sich mit Schiffsbrücken und Fähren, bis man von 1706 bis 1708 die achte Brücke baute. Dann kam der 27. Februar 1784, das schwerste Hochwasser, das Heidelberg in historischer Zeit erlebt hat. Der Winter war außergewöhnlich kalt gewesen, dann setzte Tauwetter ein, und Eisgang verschärfte die Flut. Weil die Bürger vorbereitet waren und die Katastrophe tagsüber eintrat, gab es keine Todesopfer. Der Sachschaden war enorm: Neben der Brücke wurden 39 Gebäude zerstört und 290 beschädigt. Nur zwei Wochen später begannen die Planungen für den Wiederaufbau. Am 1. Juli 1785 erhielt der bis dahin eher unbekannte Bauinspektor Mathias Mayer überraschend den Zuschlag, die Brücke in Stein auf den vorhandenen Pfeilern zu bauen. Die Bauarbeiten dauerten von 1786 bis Oktober oder November 1788. Die Kosten beliefen sich auf 165.282 Gulden. Das Geld hatte die Stadt aufbringen müssen. Sie verschuldete sich beim Hoffaktor Aron Elias Seligmann und erhob von den Bürgern eine Sondersteuer. Heute können Fußgänger und Radfahrer die Brücke nutzen, montags bis freitags vor 11 und nach 16 Uhr dürfen auch Anlieger mit dem Auto fahren. Im Stadtlogo ist sie neben der Mauerkrone und dem Fluss als dritter Teil vertreten. Die Originalfiguren von Kurfürst Carl Theodor und der Göttin Minerva stehen im Kurpfälzischen Museum.

Kurzfassung

Sie stehen auf der Alten Brücke, die eigentlich Karl-Theodor-Brücke heißt. Sie wurde 1788 unter Kurfürst Karl Theodor aus rotem Sandstein errichtet, als die neunte Brücke an dieser Stelle. Acht Vorgängerbrücken waren vor allem aus Holz.

Für Kinder

Diese Brücke steht seit 1788. Sie ist die neunte Brücke an dieser Stelle. Die anderen wurden meist vom Eis zerstört oder im Krieg gesprengt. Im Februar 1784 gab es das schlimmste Hochwasser, das Heidelberg je erlebt hat. 39 Häuser wurden zerstört. Zum Glück starb niemand, denn die Menschen waren vorbereitet. Die neue Brücke war so teuer, dass die Stadt Geld leihen musste und die Bürger Sondersteuern zahlten. Schau auf das Tor mit den zwei Türmen. Siehst du es?

Quellen

Koordinaten: 49.4143, 8.70955 · auf der Karte

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