Stadtohr

Stadtrundgang Heidelberg · Station 14 von 16

Heidelberger Brückenaffe

1977 · skulptur, brückenaffe, legende, spott

Eine Bronzefigur eines Affen sitzt auf einer Brüstung aus rotem Sandstein. Der Kopf ist groß, mit Ohren. In der Hand hält die Figur eine große, runde Scheibe aus goldfarbenem Metall. Hinter ihr ragt ein gebogener Stab auf. Rechts führt die Brücke mit gemauerten Bögen zum anderen Ufer. Dahinter steigt ein bewaldeter Hang an.
Foto: Altera levatur, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine Bronzefigur eines Affen sitzt auf einer Brüstung aus rotem Sandstein. Der Kopf ist groß, mit Ohren. In der Hand hält die Figur eine große, runde Scheibe aus goldfarbenem Metall. Hinter ihr ragt ein gebogener Stab auf. Rechts führt die Brücke mit gemauerten Bögen zum anderen Ufer. Dahinter steigt ein bewaldeter Hang an.

Ausführlich

Sie stehen am Heidelberger Brückenaffen an der Alten Brücke. Seine Geschichte reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück, erstmals erwähnt wird er 1481. Schon damals saß ein Affenrelief in einer Nische über dem Tor im Nordturm der Brücke. Der Turm stand auf der anderen Seite des Neckars, am heutigen Neuenheimer Ufer. Dort verlief damals die Grenze zu Kurmainz. Der Turm sollte bei jedem Ankömmling Hochachtung, aber auch Angst hervorrufen. Der Affe dagegen war zum Spott gedacht. Mit dem Griff an sein blankes Hinterteil zeigte er jedem, der vorüberging, den Kurpfälzischen Gruß. Das Hinterteil war in Richtung Kurmainz gerichtet, der Gruß galt also besonders den Mainzer Bischöfen. So machten die Heidelberger deutlich, dass ab diesem Punkt die Macht des Kurfürsten galt. Und mit dem Spiegel in der Hand sollte er alle zur Selbstreflexion auffordern. Im Pfälzer Erbfolgekrieg wurde die Steinfigur 1689 zusammen mit dem Turm zerstört. Der Nordturm wurde nicht wieder aufgebaut. Die heutige Bronzefigur entwarf Gernot Rumpf auf Wunsch des Vereins Alt Heidelberg im Jahr 1977. Aufgestellt wurde sie 1979. Sie steht auf der Altstadtseite der Brücke, neben einem der beiden südlichen Brückentürme. Schauen Sie genau hin. Der Affe fasst sich nicht mehr an sein Hinterteil. Mit der rechten Hand zeigt er die Mano cornuta, die gehörnte Hand, die den Bösen Blick abwenden soll. Und er hält den Passanten den Spiegel entgegen. Der alte Affe glich einer Meerkatze, der neue ist ein Pavian. Sein Kopf ist hohl, und viele Touristen lassen sich darin als Brückenaffe fotografieren. Streichelt man über den ausgestreckten kleinen Finger und den Zeigefinger der rechten Hand, so kommt man, heißt es, nach Heidelberg zurück. Beim Streicheln des Spiegels wird einem Wohlstand vorhergesagt, beim Anfassen der Mäuse neben dem Affen viele Kinder. Seit Mai 2016 gibt es auch einen Plüschaffen zu kaufen. Er fasst sich zum Mund, denn die anderen Gesten gelten bei Kinderspielzeug als unpassend. Spiegelaffen gab es übrigens auch anderswo: in Wertheim und im dänischen Ribe.

Kurzfassung

Sie stehen am Heidelberger Brückenaffen an der Alten Brücke. Schon im 15. Jahrhundert saß ein Affe in einem Turm der damaligen Brücke, erstmals erwähnt 1481. Die heutige Bronzefigur entwarf Gernot Rumpf 1977. Sie wurde 1979 aufgestellt.

Für Kinder

Der Affe aus Bronze steht neben der Brücke. Schon vor über fünfhundert Jahren gab es einen Affen an dieser Brücke, der zeigte den Heidelbergern, wo die Macht des Kurfürsten begann. Er sollte spotten. Der neue Affe hält dir einen Spiegel entgegen. Wenn du über seine ausgestreckten Finger streichelst, heißt es, kommst du nach Heidelberg zurück. Streichelst du den Spiegel, bringt das Wohlstand. Und die Mäuse neben ihm bedeuten viele Kinder. Was wünschst du dir?

Quellen

Koordinaten: 49.41332, 8.70948 · auf der Karte

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