Stadtohr

Stadtrundgang Heidelberg · Station 16 von 16

Hortus Palatinus

1700 · garten, renaissance, friedrich v., salomon de caus

Hortus Palatinus
Foto: Jacques Fouquier, Public domain · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen im Hortus Palatinus. Er war der Garten des Heidelberger Schlosses und einer der bedeutendsten Renaissance-Gärten Deutschlands. Zu seiner Zeit galt er als einer der berühmtesten Gärten Europas. Die Zeitgenossen nannten ihn das achte Weltwunder. Kurfürst Friedrich V. gab den Garten in Auftrag, obwohl er dadurch die Wehrkraft des Schlosses beeinträchtigte. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1700, andere Quellen 1616. Den Terrassengarten begann der aus England berufene französische Ingenieur und Gartenarchitekt Salomon de Caus im Jahr 1616. Er war auch einer der größten Physiker seiner Zeit. Der Garten ersetzte das Hasengärtlein, den spätmittelalterlichen Burggarten. Dann kam der Dreißigjährige Krieg. Friedrich wurde zum König von Böhmen gewählt und verlegte seine Residenz nach Prag. Damit wurden die Arbeiten eingestellt. Der Garten wurde nie fertig. Wie er aussah, wissen wir nur durch die Entwürfe von de Caus und durch Gemälde. Schauen Sie sich die Terrassen an. Die untere Terrasse liegt sechs Meter tiefer als die Hauptterrasse. Sie hatte in der Mitte ein Wasserbecken in der Form eines Geigenkastens, an dessen Seiten die Flussgötter Neckar und Main standen. Die Hauptterrasse bestand aus Feldern, die mit Knotenornamenten gestaltet waren, verschlungenen Bändern aus Thymian, Rosmarin, Lavendel und Salbei. Blumen spielten nur eine untergeordnete Rolle. Zu den dramatischen Treppenanlagen gehörte die Pyramidentreppe. Beim Abstieg über die geländerlosen Steilseiten sollten die Besucher den Eindruck bekommen, sie könnten über das Neckartal hinwegfliegen. Vor der Großen Grotte liegt ein Wasserbassin mit der Figur des Rhenus, Vater Rhein. Im Pomeranzenhain standen etwa sechzig Jahre alte Pomeranzenbäume, die man mit großem Aufwand auf das Schloss geschafft hatte. De Caus stellte sie in hoch sitzende Erdkästen, damit es aussah, als wüchsen sie das ganze Jahr über im Freien. Im Winter schützte sie ein Holzverschlag. Nach dem Umzug des Hofes nach Mannheim 1720 waren für Schloss und Garten nur noch geringe Mittel verfügbar. 1743 wollte man die Nutzung des Gartens versteigern. Nach Protesten überließ man ihn dem Hofgärtner. Die Terrassen wurden mit Feldern bestellt, und eine Baumschule entstand. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs mit der Romantik die Wertschätzung des Gartens als Treffpunkt der Bürger und Besucher. Hier endet der Rundgang. Danke, dass Sie mitgegangen sind. Eigene Zeit braucht der Heiligenberg. Dort gründeten die Kelten ab etwa 500 vor Christus eine befestigte Siedlung, deren doppelter Ringwall noch zu erkennen ist. Im Jahr 870 entstand auf dem Gipfel das Michaelskloster.

Kurzfassung

Sie stehen im Hortus Palatinus, dem Garten des Heidelberger Schlosses. Kurfürst Friedrich V. ließ ihn ab 1616 anlegen, nach Plänen von Salomon de Caus. Der Terrassengarten galt als einer der berühmtesten Gärten Europas. Fertig wurde er nie. Hier endet der Rundgang.

Für Kinder

Dieser Garten gehörte zum Heidelberger Schloss. Kurfürst Friedrich V. ließ ihn ab 1616 bauen, für seine Frau Elisabeth Stuart. Der Gartenarchitekt Salomon de Caus legte Terrassen an, mit Wasserbecken, einer Grotte und Beeten aus Kräutern wie Thymian und Lavendel. Es gab sogar kleine Zitrusbäume in hohen Kästen. Fertig wurde er nie, weil der Krieg kam. Die Menschen nannten ihn das achte Weltwunder. Hier endet unser Rundgang. Danke, dass du mitgekommen bist.

Quellen

Koordinaten: 49.4107, 8.71876 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.