
Sie stehen vor der Johanniskirche. Sie ist die größte Kirche Geras, evangelisch-lutherisch, mit einem 70 Meter hohen Turm. Es ist schon die zweite Kirche dieses Namens. Die erste stand am heutigen Johannisplatz in der westlichen Altstadt und ist bereits um 1200 als Pfarrkirche erwähnt. Dreimal brannte sie ab: 1450 im Sächsischen Bruderkrieg, von Hussiten gebrandschatzt, dann am 14. April 1639 bei einem Großbrand im Dreißigjährigen Krieg, den die Schweden auslösten, und am 18. September 1780 beim Geraer Stadtbrand. 1488 hatte der Naumburger Bischof sie neu geweiht. In ihrer Gruft lag die Grablege der Herren von Reuß-Gera. Nach 1780 wurde sie trotz verschiedener Planungen nicht wieder aufgebaut. 1824 brach man die Ruine ab, aus Geldmangel. Napoleon Bonapartes Pläne für die Schlacht bei Jena hatten die Stadt Gera zwei Millionen Reichstaler gekostet. Die neue Kirche entstand in einer wachsenden Stadt. Durch die Industrialisierung zählte Gera etwa 30.000 Einwohner, und ihnen stand mit der Salvatorkirche nur eine einzige Pfarrkirche zur Verfügung. 1880/81 gelang überwiegend aus Spenden der Bevölkerung die Finanzierung eines Neubaus, am 18. September 1885 war die Weihe. Die Architekten waren Constantin Lipsius und August Hartel aus Leipzig. Die neogotische Backsteinkirche steht an der Ecke Clara-Zetkin-Straße und Zabelstraße nördlich der Altstadt. Am 22. März 1894 wurde vor ihr ein Reiterstandbild Kaiser Wilhelms eingeweiht, geschaffen vom Bildhauer Gustav Eberlein. Nach dem Ende der Monarchie entfernte man es. Beim schwersten Bombenangriff am 6. April 1945 wurden Dach, Fenster und Glasrosetten zerstört. Von 1972 bis 1975 wurde die Kirche renoviert und am 11. Mai 1975 wieder eingeweiht. Im Herbst 1989 war sie das Zentrum der Donnerstagsdemonstrationen der Geraer Friedensbewegung. Zur deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 pflanzte man vor der Kirche eine Linde und stellte einen Gedenkstein auf. Die Orgel von 1885 baute Richard Kreutzbach aus Borna, heute hat sie 57 Register auf drei Manualen und Pedal. Zum 125-jährigen Kirchweihjubiläum am 18. September 2010 bekam die Kirche drei neue Bronzeglocken, etwa 450, 1100 und 1800 Kilogramm schwer, gegossen in der Abtei Maria Laach. Ihre Inschriften zitieren das Johannesevangelium.
Sie stehen vor der Johanniskirche, der größten Kirche Geras. Ihr Turm ist 70 Meter hoch. Die neogotische Backsteinkirche wurde am 18. September 1885 geweiht. Eine erste Johanniskirche ist schon um 1200 als Pfarrkirche erwähnt, sie stand am heutigen Johannisplatz.
Du stehst vor der größten Kirche von Gera. Ihr Turm ist 70 Meter hoch. Vor dieser Kirche gab es schon eine andere mit dem gleichen Namen. Sie brannte mehrmals ab, zuletzt 1780 beim großen Stadtbrand, und wurde nicht wieder aufgebaut. Die Geraer sammelten Spenden für die neue Kirche, und 1885 wurde sie geweiht. Im Herbst 1989 trafen sich hier donnerstags Menschen zu Friedensdemonstrationen. Seit 2010 hängen drei Bronzeglocken im Turm, die schwerste wiegt 1800 Kilogramm. Wie, glaubst du, klingt sie?
Koordinaten: 50.88102715, 12.081329978 · auf der Karte