Stadtohr

Stadtrundgang Gera · Station 11 von 14

Bühnen der Stadt Gera

1902 · theater, hoftheater, jugendstil, kultur

Bühnen der Stadt Gera
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Theater Gera, Thüringens einzigem Fünfspartentheater. Das Große Haus ist die Hauptspielstätte, mit einem Theatersaal von 552 Plätzen, einem Konzertsaal von 812 Plätzen und, als kleiner Spielstätte, der Bühne am Park mit 141 Plätzen. Theater hat hier eine lange Geschichte. Schon von 1616 bis 1741 gab es am heutigen Johannisplatz das Komödienhaus. 1787 folgte am heutigen Puschkinplatz ein hölzerner Neubau, 1822 das erste Theater in Massivbauweise, das bis 1902 genutzt wurde. Es hatte ein großzügiges Bühnenhaus, aber keinen Konzertsaal für die Reußische Hofkapelle. So kam es zum Neubau im Küchengarten, den größtenteils Spenden Geraer Bürger finanzierten, das Grundstück gab Fürst Heinrich XIV. dazu. Die Baukosten betrugen 1.103.760 Mark, heute über zehn Millionen Euro. 1899 beauftragte man den Berliner Architekten Heinrich Seeling, Bauherr war Erbprinz Heinrich XXVII. Am 18. Oktober 1902 wurde das Fürstliche Hoftheater eingeweiht. Es zählte zu den fortschrittlichsten seiner Zeit, weil es Theater und Konzertsaal in einem Gebäude vereinte. Schauen Sie auf die Eingangsseite. Die Fassade ist im Stil der Neorenaissance gehalten, der ornamentale Schmuck ist vom Jugendstil beeinflusst. Sie sehen die Büsten Schillers und Goethes, den lateinischen Schriftzug Musis Sacrum, den Musen geweiht, und Darstellungen aus der griechischen Mythologie: einen Genius auf einer Sphinx, das Haupt der Medusa, die Muse Melpomene und eine Bacchantin. In den 1920er-Jahren war das Fürstlich Reußische Theater ein Unikum: eine Landesbühne mit Oper, Schauspiel und Operette unter fürstlicher Protektion des „Theaterprinzen“ Heinrich XLV., ohne Unterstützung von Stadt oder Staat Thüringen. Von 1924 bis 1927 leitete Walter Bruno Iltz das Haus als Generalintendant. Er spielte neue Autoren wie Ernst Barlach, Bertolt Brecht und Carl Zuckmayer. 1925 wurden er und seine Frau anlässlich einer Aufführung mit dem Erschießen bedroht. In der Spielzeit 1925/26 erreichte das Theater mit 240.832 Zuschauern seine höchste Besucherzahl. Am 6. August 1944 wurde es kriegsbedingt geschlossen, am 6. April 1945 zerstörte der schwerste Bombenangriff das Kulissenhaus. Doch schon am 15. September 1945 wurde der Betrieb mit Mozarts Hochzeit des Figaro wieder aufgenommen. Im November 1945 hieß das Haus Bühnen der Stadt Gera. Von 2005 bis 2007 wurde es umfassend saniert und erhielt einen sandockerfarbenen Anstrich, angelehnt an die ursprüngliche Farbgebung. Seit 2019 spielt es unter dem Namen Theater Altenburg Gera.

Kurzfassung

Sie stehen am Theater Gera, Thüringens einzigem Fünfspartentheater. Das Große Haus baute der Berliner Architekt Heinrich Seeling, am 18. Oktober 1902 wurde es als Fürstliches Hoftheater eingeweiht. Es vereinte Theater und Konzertsaal in einem Gebäude.

Für Kinder

Du stehst vor dem Theater von Gera. Es wurde am 18. Oktober 1902 eröffnet. Damals war es besonders modern, weil Theater und Konzertsaal in einem Haus liegen. Über dem Eingang steht der lateinische Schriftzug Musis Sacrum. Das heißt: den Musen geweiht. An der Fassade sind auch Büsten von Schiller und Goethe. Als der Krieg das Theater 1945 getroffen hatte, spielte man schon im September wieder. Man gab Die Hochzeit des Figaro. Welches Stück würdest du gern sehen?

Quellen

Koordinaten: 50.8835, 12.0742 · auf der Karte

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