Stadtohr

Stadtrundgang Gera · Station 12 von 14

Küchengarten

17. Jahrhundert · park, barock, bundesgartenschau, ddr

Küchengarten
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen im Küchengarten, der zwischen Orangerie und Theater liegt. Der Name sagt, wozu er einmal diente. Im 17. Jahrhundert legte man hier einen Nutzgarten an, für die Versorgung des Schlosses Osterstein, denn der Nutzgarten am Schloss reichte nicht mehr aus. Er lag bei der damaligen Hausmühle, unmittelbar südwestlich der heutigen Orangerie. Neben Obst und Gemüse achtete man von Anfang an auf eine repräsentative Gestaltung im barocken Sinne. 1631 wird der Garten erstmals erwähnt, damals schon mit einem Sommerhaus. Von 1729 bis 1732 baute man an der Westseite die Orangerie. Im Norden gab es ein kleines Naturtheater zur Unterhaltung des gräflichen Hauses. Nach dem Stadtbrand von 1780 gestaltete man den Ostteil als englischen Landschaftspark, der Westteil blieb streng geometrisch. 1902 wurde der Ostteil stark verkleinert, denn dort entstand das Theater, am Nordrand das zugehörige Kulissenhaus. Erst nach 1918 wurde der bis dahin mit Gittern verschlossene Park der Öffentlichkeit uneingeschränkt zugänglich gemacht. Am 6. April 1945 wurde er bei einem schweren Luftangriff erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Dann wechselten die Namen. 1950 hieß er Theatergarten. Am 16. März 1953, elf Tage nach dem Tod Stalins, beschloss der Stadtrat eine Stalin-Gedenkstätte. Am 5. März 1954, dem ersten Todestag, wurde am Nordrand eine Säulenhalle mit einer überlebensgroßen Stalin-Büste eingeweiht, der Park hieß nun Stalinpark. 1961 wandte man sich von der Stalin-Verehrung ab und nannte ihn Park der Opfer des Faschismus. Ab 1967 gab es hier die jährliche Ausstellung Plastik im Park. 1991 erfolgte die Rückbenennung in Küchengarten. Für die Bundesgartenschau 2007, bei der der Küchengarten ein offizielles Begleitprojekt war, gestaltete man den Park um. Er erhielt seinen Charakter als barocker Lustgarten zurück. Dafür wurden, unter starker öffentlicher Kritik, vor allem an der Südseite zahlreiche Bäume und Hecken gerodet. Das Denkmal für die Opfer des Faschismus von 1953, bereits durch Vandalismus stark beschädigt, wurde 2005 abgebrochen, ein Steinblock in der Nordostecke ersetzt es. Der Park bekam wieder eine Umzäunung mit verschließbaren Eingängen. Seit dem 2. November 2007 steht er wieder Besuchern offen.

Kurzfassung

Sie stehen im Küchengarten zwischen Orangerie und Theater. Er entstand im 17. Jahrhundert als Nutzgarten für das Schloss Osterstein, 1631 wird er erstmals erwähnt. Vor der Bundesgartenschau 2007 wurde er wieder in einen barocken Lustgarten umgestaltet.

Für Kinder

Du stehst in einem alten Park. Der Küchengarten war im 17. Jahrhundert ein Nutzgarten. Dort wuchsen Obst und Gemüse für das Schloss Osterstein. Von 1729 bis 1732 wurde an seiner Westseite die Orangerie gebaut. In der DDR-Zeit hieß er einmal Stalinpark, später Park der Opfer des Faschismus. Seit 1991 heißt er wieder Küchengarten. Welches Obst oder Gemüse würdest du in so einem Garten anbauen?

Quellen

Koordinaten: 50.88317778, 12.07232222 · auf der Karte

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