Stadtohr

Stadtrundgang Gera · Station 13 von 14

Orangerie Gera

1729 · barock, orangerie, kunstsammlung, otto dix

Orangerie Gera
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Orangerie. Sie ist ein Barockbauwerk und bildet den westlichen Abschluss des Küchengartens im Stadtteil Untermhaus. Graf Heinrich XVIII. Reuß-Gera ließ sie zwischen 1729 und 1732 bauen. Architekt der spätbarocken Zweiflügelanlage war der fürstlich-sächsische Landesbaumeister Gottfried Heinrich Krohne. Den Mittelpavillon mit dem Festsaal fügte man erst 1748 bis 1749 hinzu. Schauen Sie auf die Form: Der Halbkreis erinnert an das Orangerie-Haus in Berlin, das Johann Arnold Nering 1685 errichtet hatte. Zunächst diente das Haus als Orangen- und Gewächshaus. Nach dem Tod des letzten Grafen aus dem Hause Reuß-Gera 1802 gab das Fürstenhaus sie als Orangerie auf. Im 19. Jahrhundert nutzte man sie wechselvoll: als Lazarett und Pferdestall, als Turnhalle, als Kaffeehaus. Von 1878 bis 1919 war sie Domizil des Geraer Kunstvereins. Beim Luftangriff am 6. April 1945 wurde sie, besonders im Südflügel, stark durch Bomben beschädigt. 1947 begann die museale Nutzung mit einer Sonderausstellung „Musik und Theater in Gera“. 1953, nach Stalins Tod, wurde der Küchengarten zu einem Stalin-Gedenkpark und die Orangerie zum Museum für Geschichte der revolutionären Arbeiterbewegung des Bezirkes Gera. 1963 wurde dieses Museum Teil des Stadtmuseums. Seit 1972 ist die Orangerie die Präsentationshalle der Kunstsammlung Gera. Sie umfasst knapp 15.000 Objekte: Gemälde, etwa von Rembrandt, Jan van Goyen, Lucas Cranach dem Älteren und Domenico Tintoretto, außerdem Druckgrafiken, Zeichnungen und Plastiken vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 1982 wurde die Sammlung „Handzeichnungen der DDR“ gegründet, vorgesehen war, jährlich etwa 100 bis 150 Arbeiten anzukaufen. Im Nordflügel zeigt die Dauerausstellung das expressive Spätwerk von Otto Dix mit Bildern aus den Jahren 1944 bis 1969. Seit 1991 nutzt die Kunstsammlung auch das Otto-Dix-Haus als zweites Ausstellungsgebäude, das Haus, von dem wir ausgegangen sind. Für die Bundesgartenschau 2007 wurde die Orangerie umfassend saniert, der neue Vorplatz heißt seit Mai 2007 Orangerieplatz.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Orangerie, dem westlichen Abschluss des Küchengartens. Sie wurde von 1729 bis 1732 im Auftrag des Grafen Heinrich XVIII. Reuß-Gera erbaut. Seit 1972 beherbergt sie die Kunstsammlung Gera, im Nordflügel mit dem Spätwerk von Otto Dix.

Für Kinder

Du stehst vor der Orangerie. Früher war sie ein Gewächshaus für Orangen. Sie wurde von 1729 bis 1732 gebaut. Später war sie Lazarett, Pferdestall, Turnhalle und Kaffeehaus. Seit 1972 sind hier Kunstwerke zu sehen, darunter Gemälde von Rembrandt. Im Nordflügel hängen späte Bilder von Otto Dix. Weißt du noch, wo er geboren wurde? Das war in dem Haus, mit dem unsere Tour begann.

Quellen

Koordinaten: 50.8829, 12.0703 · auf der Karte

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