Stadtohr

Stadtrundgang Gera · Station 14 von 14

St. Marien (Untermhaus)

um 1440 · kirche, spätgotik, untermhaus, altar

St. Marien (Untermhaus)
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Hier schließt sich der Kreis. Sie stehen vor der Marienkirche am Mohrenplatz, dem historischen Zentrum von Untermhaus, an der Untermhäuser Brücke über die Weiße Elster. Unmittelbar neben der Kirche steht das Otto-Dix-Haus, in dem 1891 der Maler geboren wurde, mit dem unser Rundgang begann. Die Marienkirche ist spätgotisch. Gebaut wurde sie um 1440. Zum Alter gibt es zwei Angaben: Der Altarraum soll bereits 1193 erbaut worden sein, dann gehörte er zu den ältesten Kirchenbauten der Region. Innen steht ein kostbarer spätgotischer Altar, gestiftet von den Familien Kudorf und Waltheym. Bis 1736 gehörte die Marienkirche als Filialkirche zur Pfarrei Gera. Von 1802 bis 1854 diente sie gleichzeitig als Garnisonskirche für das reußische Militär. 1882 erweiterte man sie nach Westen, weil die Bevölkerung von Untermhaus stark angewachsen war. Dabei kamen zwei kleine Türme im neogotischen Stil an die Westfassade. Bei diesem Umbau wurde eine sagenumwobene Pietà aus der Kirche entfernt, im Volksmund Puppe oder Poppe genannt. Sie soll aus der Wüstung Pottendorf bei Ernsee stammen. Die Orgel wurde 1894 erbaut. Wer sie baute, ist nicht eindeutig geklärt: Genannt werden die Firma Poppe & Sohn und die Gebrüder Jehmlich. Sicher ist, dass Jehmlich sie 1930 modernisierte. Sie hat 27 Register auf Kegelladen. Damit endet unser Rundgang. Von den Vögten, die sich seit den 1230er-Jahren nach Gera nannten, über die Fürsten Reuß bis zu den Villen der Gründerzeit haben Sie auf diesem Weg die Spuren der Stadtgeschichte gesehen. Gera war von 1848 bis 1918 Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie und von 1918 bis 1920 des Volksstaates Reuß. Zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie war die Stadt eine der reichsten in Deutschland. 1952 wurde sie Sitz des Bezirks Gera, seit 1990 gehört sie wieder zu Thüringen, und 2007 war sie Veranstaltungsort der Bundesgartenschau. Eigene Zeit brauchen die Geraer Höhler, unterirdische Lagerräume in der Altstadt, die das Stadtmuseum betreut.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Marienkirche am Mohrenplatz, dem historischen Zentrum von Untermhaus. Die spätgotische Kirche wurde um 1440 gebaut. Neben ihr steht das Otto-Dix-Haus, in dem Dix 1891 geboren wurde. Hier endet unser Rundgang, dort, wo er begann.

Für Kinder

Du stehst vor der Marienkirche. Sie wurde um 1440 gebaut. Sie steht an der Brücke über die Weiße Elster. Neben ihr steht das Haus, in dem der Maler Otto Dix geboren wurde. Dort haben wir angefangen. In der Kirche steht ein sehr wertvoller Altar aus der Gotik. 1882 wurde die Kirche nach Westen größer gemacht und bekam zwei kleine Türme. Kannst du die beiden Türme an der Westseite sehen?

Quellen

Koordinaten: 50.8823, 12.0645 · auf der Karte

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