
Sie stehen an der Stadt- und Regionalbibliothek Gera, im Stadtzentrum am Puschkinplatz. Bücher haben in Gera eine Geschichte voller Brüche. Das 1608 gestiftete Gymnasium Rutheneum bekam wohl bald nach der Gründung eine Bibliothek, die auch als Landesbibliothek diente. Ein Dekret vom 6. Juni 1699 sah die Festanstellung eines Bibliothekars vor und bestimmte die Bibliothek ausdrücklich zum öffentlichen Gebrauch. Dann kam der Stadtbrand vom 18. September 1780. Die Bestände, etwa 8.000 bis 10.000 Bände, wurden vollständig vernichtet. Vor allem private Spenden bauten sie bald wieder auf, und nach dem Tod Heinrichs XXX. 1802 kam die Schlossbibliothek des Schlosses Osterstein dazu. 1842 gründete man Brendels Leseinstitut, die erste kommerzielle Leihbibliothek Thüringens. 1874 initiierte die Freimaurerloge „Archimedes zum ewigen Bunde“ eine Volksbibliothek, die seit 1885 im ehemaligen Waisenhaus untergebracht war, dem heutigen Stadtmuseum. Am 14. Mai 1908 wurde eine Zentralbibliothek für Arbeiter eröffnet. Nach der Novemberrevolution und der Gründung des Volksstaates Reuß entstand die Stiftung „Volkshochschule Reuß“, zu der die Freie Öffentliche Landesbücherei gehörte. Sie wurde am 20. Oktober 1920 in der Villa Münch in der Goethestraße 1a eröffnet, Leiter wurde der Leipziger Arbeiterbibliothekar Gustav Hennig. Die Bestände der alten Gymnasialbibliothek überführte man in die Villa Münch und zerschlug sie dort bald. Nur ausgewählte Bände blieben, die übrigen gingen unter anderem nach Greiz und Eisenach. Ende 1920 hatte die Landesbücherei 8.000 Bände, 1923 waren es 11.700. In den folgenden Jahren schrumpfte der Bestand. 1933 und 1934 sortierte man rund 800 Bände aus, im Zweiten Weltkrieg noch einmal etwa 250 Bände, vornehmlich jüdischer Autoren. 1938 wurde der Bibliotheksleiter Walter Hallbauer mit erst 53 Jahren in den einstweiligen Ruhestand versetzt. 1941 umfasste der Bestand nur noch 5.719 Bände. Beim schwersten Luftangriff am 6. April 1945 wurde die Schlossbibliothek mit rund 15.000 Bänden zerstört, die Landesbücherei in der Villa Münch blieb unbeschädigt. Am 27. November 1945 wurde sie wiedereröffnet. Auch nach dem Krieg wurde ausgesondert: 1.084 Bücher, weitere 1.257 stellte man unter Verschluss. Am 23. Mai 1972 zog die Hauptbibliothek in den Neubau am Puschkinplatz, der bis heute genutzt wird. Am 15. Mai 1985 erhielt sie den Namen A. S. Puschkin. 1999 und 2000 wurde das Gebäude umgebaut, seitdem laufen Katalogisierung und Ausleihe vollständig elektronisch. Im Oktober 2008 kam eine Jugendbibliothek für 14- bis 20-Jährige hinzu.
Sie stehen an der Stadt- und Regionalbibliothek am Puschkinplatz. Sie geht auf die Freie Öffentliche Landesbücherei zurück, die am 20. Oktober 1920 eröffnet wurde. Seit dem 23. Mai 1972 sitzt die Hauptbibliothek im Neubau hier. Eine Vorgängerin war die Bibliothek des 1608 gestifteten Gymnasiums.
Du stehst vor der Bibliothek von Gera. Sie geht auf die Landesbücherei zurück, die am 20. Oktober 1920 eröffnet wurde. Damals hatte sie 8.000 Bücher. Schon früher gab es eine Bibliothek am Gymnasium. Beim großen Stadtbrand 1780 wurden alle ihre Bücher vernichtet, es waren 8.000 bis 10.000. Heute gibt es hier eine eigene Bibliothek für Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren. Welches Buch würdest du dir ausleihen?
Koordinaten: 50.87871, 12.07881 · auf der Karte