
Sie stehen am Stadtmuseum Gera, einem von vier städtischen Museen der Stadt. Es beschäftigt sich mit der Geschichte Geras und sitzt mitten im Zentrum, am Museumsplatz 1, im Gebäude des früheren Zucht- und Waisenhauses. Dieses Haus hat zwei Leben, und dafür gibt es zwei Jahreszahlen: Gebaut wurde das Zucht- und Waisenhaus von 1724 bis 1738, als Museum eröffnet wurde es am 12. April 1914. Es entstand unmittelbar vor der damaligen Stadtmauer, an der Stelle des 1445 erstmals erwähnten und 1639 abgebrannten Marienhospitals. Im Kellergeschoss gab es Gefängniszellen, in den übrigen Stockwerken wohnten die Waisenkinder und Geisteskranke. 1824 schloss man das Waisenhaus, die Kinder kamen in Bürgerfamilien. Als Gefängnis und Arbeitshaus diente das Haus noch bis 1886, danach vermietete man darin Wohnungen. 1878 entschloss sich die Geraer Bürgerschaft auf Initiative von Johann Christian Seydel, einem vermögenden Bürger der Stadt, zur Gründung eines Stadtmuseums. Die Sammlungen wurden schrittweise aufgebaut, in den Abteilungen Naturkunde und Kulturgeschichte. Am 12. April 1914 eröffnete das Haus. Dafür hatte man es innen umfassend umgestaltet: Die kleinen, engen Räume wichen großzügigen Ausstellungsräumen. 1937 beschlagnahmte man im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ 36 Tafelbilder und Zeichnungen aus dem Bestand, darunter Werke von Otto Dix. Am 6. April 1945 brannte das Gebäude beim schwersten Bombenangriff auf Gera völlig aus. Ab 1947 diente das Schreibersche Haus am Nicolaiberg 3 provisorisch als Museum. 1956 kehrte die Kunst- und Kulturgeschichtliche Sammlung in ihr angestammtes Gebäude zurück. Von 2002 bis 2004 wurde das Museum umfassend saniert, zeitgleich mit dem Bau des benachbarten Einkaufszentrums Elster-Forum, und am 20. Mai 2005 feierlich wiedereröffnet. Der Eingang wurde wieder von der Südseite an die Vorderfront verlegt, wo er sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts befunden hatte. Die Dauer- und Themenausstellung „Romantisches Gera“ bietet auf rund 1000 Quadratmetern in vier Etagen eine Zeitreise von der ersten Besiedlung bis ins 21. Jahrhundert. Wirtschaftsgeschichtlich liegen die Schwerpunkte bei den Geraer Textil-Manufakturen und ihrer Entwicklung zu modernen Industrie- und Gewerbebetrieben.
Sie stehen am Stadtmuseum Gera, Museumsplatz 1. Es sitzt im früheren Zucht- und Waisenhaus, das von 1724 bis 1738 gebaut wurde. Als Museum eröffnet wurde das Haus am 12. April 1914. „Romantisches Gera“ zeigt die Stadtgeschichte von der ersten Besiedlung bis ins 21. Jahrhundert.
Du stehst vor einem Museum, das die Geschichte von Gera erzählt. Das Haus war früher ein Waisenhaus und ein Gefängnis. Im Keller gab es Zellen, oben wohnten Waisenkinder. Seit dem 12. April 1914 ist es ein Museum. 1945 brannte es bei einem Bombenangriff aus. Heute zeigt es auf vier Etagen die Geschichte der Stadt von der ersten Besiedlung bis heute. Was würdest du in einem Museum über deine Stadt zeigen?
Koordinaten: 50.8766, 12.0806 · auf der Karte