Stadtohr

Stadtrundgang Gera · Station 3 von 14

Hofwiesenpark

2007 · park, bundesgartenschau, sport, hochwasser

Hofwiesenpark
Foto: Christine Türpitz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen im Hofwiesenpark. Er trennt die westliche Innenstadt vom Stadtteil Untermhaus und ist nach seiner Lage am Berg mit dem ehemaligen Schloss Osterstein benannt. Die Hofwiesen werden erstmals 1636 und 1647 erwähnt. Sie waren ursprünglich eine weite, unbebaute Fläche zwischen dem westlichen Rand der alten Stadt und der Weißen Elster. Nördlich schlossen sich der Küchengarten mit der barocken Orangerie und die Küchengartenallee an, ein beliebter Villenstandort. 1934 plante man auf den Hofwiesen eine große Stadthalle, gebaut wurde sie nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete die DDR-Führung das Areal zu einem Sportpark um: 1952 das Stadion der Freundschaft, 1969 die Erwin-Panndorf-Sporthalle, 1974 ein modernes Hallenbad, dazu zahlreiche kleinere Sportanlagen. Der Park, den Sie heute sehen, ist jünger. 1997 wurde die Bundesgartenschau nach Gera vergeben, der Hofwiesenpark sollte ihr Geraer Hauptteil werden. Im Februar 2000 schrieb man einen europaweiten Wettbewerb aus. Am 23. und 24. Juni 2000 kürte das Preisgericht den Plan der Dresdner Landschaftsarchitekten Hermann Kokenge und Christoph Ritter zum Sieger. Er enthielt schon die Idee der Ovale. Nicht alles wurde gebaut: Teile der Fläche sollten abgesenkt und der Damm an der Weißen Elster an mehreren Stellen aufgebrochen werden, damit man vom Park aus auf das Wasser blickt. Wegen Hochwasserschutzbedenken gab man diese Ideen auf. Gebaut wurde dennoch viel. Man riss die Erwin-Panndorf-Halle ab und errichtete sie an neuer Stelle wieder, ersetzte das veraltete Schwimmbad durch das 2003 eröffnete Hofwiesenbad und baute die Bundesstraße zurück, die 2005 durch eine Neubautrasse näher am Stadtzentrum ersetzt wurde. Der frühere Mühlgraben, jahrzehntelang verrohrt, bekam sein oberirdisches Bett zurück. Am 17. Dezember 2004 war der erste Spatenstich, am 27. April 2007 wurde die Bundesgartenschau eröffnet. Kernstück sind vier Ovale, ovale Erdwälle: um das Stadion der Freundschaft, das Spieloval, die Hofwiesenbühne und das Hofwiesenbad. Das frühere Sommerbad am südlichen Ende bezog man unter dem Namen Karibiko in die Ausstellung ein. Am 14. Oktober 2007 endete die Schau. Rund fünf Monate später, am Karfreitag 2008, wurde der Park wiedereröffnet. Seitdem findet jedes Jahr am letzten Aprilwochenende das Hofwiesenparkfest statt. Beim Hochwasser am 3. Juni 2013 wurden große Teile des Parks mit dem Stadion überflutet, am 28. Juni war er wieder offen. Zum Küchengarten kommen wir später.

Kurzfassung

Sie stehen im Hofwiesenpark, der die westliche Innenstadt von Untermhaus trennt. Er war 2007 neben der Neuen Landschaft Ronneburg einer der beiden Hauptausstellungsbereiche der Bundesgartenschau. Prägend sind vier Ovale, runde Erdwälle um Stadion, Spielplatz, Bühne und Bad.

Für Kinder

Du stehst in einem großen Park. Früher war hier eine weite Wiese. Zu DDR-Zeiten baute man ein Stadion und Sportanlagen. 2007 war hier die Bundesgartenschau, eine große Gartenschau. Der Park hat vier Ovale, das sind runde Erdwälle. Sie umgeben ein Stadion, einen Spielplatz, eine Bühne und ein Schwimmbad. Im Juni 2013 stand ein großer Teil des Parks unter Wasser. Welches Oval würdest du zuerst besuchen?

Quellen

Koordinaten: 50.88, 12.07 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.