
Sie stehen vor dem Gasthaus Zum roten Bären am Platz Oberlinden, in der Nähe des Schwabentors. Es ist nach eigenen Angaben eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Das ergibt sich aus Forschungen des Stadtchronisten Wilhelm Fladt. Den Titel des ältesten Gasthauses beanspruchen auch die Herberge zum Löwen in Seelbach und Zum Riesen in Miltenberg. Schauen Sie auf das Aushängeschild. Es schmückt ein goldener Bär. Und warum rot? Im Mittelalter hatte das Wort rot eine besondere Bedeutung: Gold, Kupfer, Edelsteine und andere Mineralien wurden häufig rot genannt. Das Haus selbst war damals rot. So wussten auch Menschen, die nicht lesen konnten, dass hier Ware sicher gelagert wurde und es Kost und Logis gab. Die Fundamente sind bis vor die Stadtgründung um 1120 nachgewiesen. Sie gehören zum Herrenhaus des ehemaligen Grafenhofes der Zähringer, in einer Siedlung, von der aus um 1090 die Burg auf dem Schlossberg errichtet wurde. Der dreistöckige Keller ist bis heute erhalten, mit Arkaden und Pfeilern. Im Eingangsbereich können Sie ihn durch eine Glasscheibe im Boden betrachten. Wie bedeutend die Wirtschaft war, sieht man an den nachgewiesenen Stallungen für etwa 200 Pferde und an den vielen Schmieden. Die Namen der mehr als fünfzig Bärenwirte lassen sich bis ins Jahr 1311 zurückverfolgen. Der erste, Hanmann Bienger, wird in jenem Jahr in einer Urkunde des Klosters Adelhausen als Zeuge genannt. Bis 1406 führte die Familie Bienger den Bären. 1387 wird ein Hanmann Bienger in einer Gerichtsurkunde als Wirt zu dem roten Bären erwähnt. Viele Wirte waren auch Gerichts- und Ratsherren, manche Zunftmeister. Lange Zeit war der Bär das Zunfthaus der Schuster, das zeigt das Fenster der Schusterzunft im Münster. Das heutige Haus ist barock. 1744 schleiften die Franzosen die Festungsanlagen Vaubans. Das Wirtshaus lag nahe der Stadtmauer und wurde dabei beschädigt. Die damaligen Wirte, die Familie Strohmeyer, wurden großzügig entschädigt. Mit dem Geld riss man das romanisch-gotische Arkadenhaus ab und baute das heutige Gebäude. Ein unfreiwilliger Gast: Am 7. Januar 1727 begann der fast neunmonatige Arrest des Salpetersieders Johann Albiez aus Buch, der die Salpetererunruhen gegen die Obrigkeit anführte. Im September 1727 starb er im Gasthof. 2012 wurde im Keller eine Holzsäule saniert, die aus dem Jahr 1263 stammen soll. Sie wäre damit älter als der älteste Balken im Münster. Der Platz Oberlinden mit Brunnen, Lindenbaum von 1729 und Gasthaus steht unter Denkmalschutz. Als Begründung wird angeführt, er sei eines der eigentümlichsten und unversehrtesten Altstadtbilder Deutschlands.
Sie stehen vor dem Gasthaus Zum roten Bären am Platz Oberlinden, in der Nähe des Schwabentors. Es gilt nach eigenen Angaben als eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Die Namen der Bärenwirte lassen sich bis ins Jahr 1311 zurückverfolgen. Das heutige Haus ist barock.
Das ist ein Gasthaus mit einem goldenen Bären am Schild. Es heißt Zum roten Bären und soll eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands sein. Man kann die Namen der Wirte bis ins Jahr 1311 zurückverfolgen, es waren mehr als fünfzig. Früher war das Haus rot. So wussten auch Menschen, die nicht lesen konnten: Hier gibt es Essen und ein Bett, und die Ware ist sicher. Es gab sogar Ställe für etwa 200 Pferde. Woran erkennst du ein Gasthaus, ohne ein Wort zu lesen?
Koordinaten: 47.99305556, 7.85388889 · auf der Karte