Stadtohr

Stadtrundgang Freiburg im Breisgau · Station 3 von 16

Augustinermuseum

1923 · museum, kloster, entartete kunst, sanierung

Ein langgestrecktes Gebäude mit ockergelber Fassade und dunklem Ziegeldach mit Gauben. Die hohen Fenster sind in regelmäßigen Reihen angeordnet und hell gerahmt. Links schließt ein moderner Bau mit großen Glasflächen an. Davor liegt ein weiter, gepflasterter Platz, rechts steht ein Laubbaum.
Foto: Daderot, CC0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Ein langgestrecktes Gebäude mit ockergelber Fassade und dunklem Ziegeldach mit Gauben. Die hohen Fenster sind in regelmäßigen Reihen angeordnet und hell gerahmt. Links schließt ein moderner Bau mit großen Glasflächen an. Davor liegt ein weiter, gepflasterter Platz, rechts steht ein Laubbaum.

Ausführlich

Sie stehen vor dem Augustinermuseum. Es gehört zu den bedeutendsten Museen am Oberrhein, mit Kunst vom Mittelalter bis zum Barock und mit Malerei des 19. Jahrhunderts. Fangen wir beim Haus an. 1278 wird hier erstmals ein Kloster der Augustinereremiten erwähnt: Bettelmönche hatten sich innerhalb der Stadtmauern niedergelassen. Die Anlage stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde später kaum in ihrer Substanz verändert. Der Dachstuhl über dem Chor ist, neben dem des Münsters, der älteste in Freiburg. Nach der Säkularisation wurde das Kloster städtisches Eigentum. Die Kirche wurde zum Theater umgebaut, 1823 begann dort der Spielbetrieb. Die übrigen Räume dienten als Kaserne und für die Schule. Die Idee, daraus ein Museum zu machen, geht auf die Amtszeit von Oberbürgermeister Otto Winterer zurück, von 1888 bis 1913. Die Stadt besaß seit 1864 eine Sammlung, die Städtische Alterthümersammlung, die an wechselnden Orten gezeigt wurde. Als das Theater 1910 in seinen Neubau zog, wurde die Kirche frei. 1914 begann der Umbau, 1915 stoppte ihn der Erste Weltkrieg. Ab 1919 führte Karl Gruber ihn weiter. Er bewahrte die historische Substanz. Nach den ersten Plänen wäre vom Kloster nur die Kirche und das Innere des Kreuzgangs geblieben. Gebaut wurde zum Teil äußerst provisorisch, mit armen Materialien, denn das Geld der Stadt war knapp. Im November 1923 eröffnete das Museum, Direktor war Werner Noack. Dann ein dunkles Kapitel. Die Städtischen Sammlungen hatten seit den 1920er Jahren viel moderne Kunst gesammelt, vor allem Druckgrafik. Die Nationalsozialisten werteten das meiste als entartet. 1937 wurden in der Aktion Entartete Kunst Werke von Max Beckmann, Otto Dix, Lyonel Feininger, Lovis Corinth und vielen anderen beschlagnahmt. Nahezu alle wurden danach zerstört. Und die Gegenwart. Seit 2006 wurde das Kloster in drei Bauabschnitten grundlegend saniert, auch weil Holzschutzmittel Räume und Kunstwerke belastet hatten. Die Kirche öffnete am 23. März 2010 wieder, 2016 folgte das Haus der Graphischen Sammlung, und den Konventsbau eröffnete man am 27. Februar 2026 mit einem Festakt im Münster. Seit dem 28. Februar ist das Museum komplett zugänglich. Beim Umbau der Kirche nutzte man die Zeit ohne Dachstuhl, um Skulpturen vom Münster hineinzubringen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Augustinermuseum. Es ist in einem ehemaligen Kloster der Augustinereremiten untergebracht, das 1278 erstmals erwähnt wurde. Als Museum eröffnete das Haus im November 1923. Es zeigt Kunst vom Mittelalter bis zum Barock und Malerei des 19. Jahrhunderts.

Für Kinder

Dieses Museum war früher ein Kloster. Hier lebten Mönche, 1278 wird es zum ersten Mal erwähnt. Später wurde in der Kirche Theater gespielt, und andere Räume waren Kaserne und Schule. Seit 1923 ist das Haus ein Museum. Dort stehen heute Steinfiguren und Fenster, die früher am Münster angebracht waren. Man hat sie am Münster durch Kopien ersetzt. Kannst du dir vorstellen, in einer Kirche ins Theater zu gehen? Hier war das ab 1823 möglich.

Quellen

Koordinaten: 47.99388889, 7.8525 · auf der Karte

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