
Ein langgestrecktes Rathaus aus hellbraunem Sandstein mit flachem, rotem Ziegeldach, das von Reihen kleiner Gauben besetzt ist. Die Fassade hat drei Geschosse mit Fensterreihen. An beiden Enden stehen Treppengiebel. Rechts ragt ein schlanker Uhrturm mit grünem, sehr spitzem Helm auf, daneben öffnet sich ein großer Rundbogen als Durchgang.
Sie stehen vor dem Rathaus, Burgplatz 19. Es entstand zwischen 1896 und 1902 nach Plänen von Friedrich Ratzel. Es ist nicht das erste Rathaus an diesem Ort. 1274 war erstmals von Ratsleuten die Rede, 1361 erscheint ein „Haus der Ratsleute“. Es war das letzte erhaltene Anwesen der Königspfalz und hatte den Brand von 1283 überstanden. Seine älteste Darstellung ist der Corputius-Plan von 1566. Dieses Rathaus wurde jahrhundertelang genutzt. In den 1840er Jahren riss man es ab und errichtete einen größeren Neubau, der 1843 fertig wurde und erstmals seine Front dem Burgplatz zuwandte. Schon dreißig Jahre später war er zu klein. Duisburgs Bevölkerung hatte sich zwischen 1871 und 1895 mehr als verdoppelt. Am 6. Dezember 1895 schrieb die Stadt einen Wettbewerb aus, 83 Entwürfe gingen ein. Den ersten Preis erhielten die beiden Karlsruher Assistenten Friedrich Ratzel und C. Boes für ihren Entwurf „Blauer fünfzackiger Stern“. Boes zog sich später aus dem Projekt zurück. Für den Bau musste die Stadt rund 25 Häuser und Grundstücke erwerben. Weil der Verwaltungsbetrieb weiterlaufen musste, wurde das Rathaus Stück für Stück errichtet. Während der Arbeiten grub der Burgenforscher Konrad Plath. Ein etwa drei Meter langer Abschnitt der frühmittelalterlichen Pfalzmauer wurde als Grundstein unter die Fundamente abgesenkt. Am 15. August 1897 begannen die Bauarbeiten, am 1. April 1900 konnte der nördliche Trakt bezogen werden, am 3. Mai 1902 wurde das Rathaus eingeweiht. Der Weg war mit Girlanden und Lorbeerbäumen gesäumt, Oberbürgermeister Karl Lehr bekam die Schlüssel überreicht. Der Bau kostete 2,6 Millionen Goldmark, mehr als ein Drittel eines damaligen Jahresetats der Stadt. Im Foyer läuft heute noch ein Paternosteraufzug. 1943 brannten der Dachstuhl und das oberste Turmgeschoss nach einem Bombentreffer aus. Beim Wiederaufbau verzichtete man auf eine originalgetreue Wiederherstellung. Kleinere Türmchen verschwanden, das Dach wurde glatt durchgezogen, die drei Giebel zum Burgplatz nicht wieder aufgebaut. Richtfest war am 19. September 1952. Heute haben hier der Oberbürgermeister, seine Stellvertreter und mehrere Ämter ihren Sitz.
Sie stehen vor dem Rathaus am Burgplatz 19. Es entstand zwischen 1896 und 1902 nach Plänen von Friedrich Ratzel. Eingeweiht wurde es am 3. Mai 1902. Im Fundament liegt ein Stück der frühmittelalterlichen Pfalzmauer.
Du stehst vor dem Rathaus von Duisburg. Hier arbeitet der Oberbürgermeister. Das Haus wurde 1902 eingeweiht und hat 2,6 Millionen Goldmark gekostet. Das war mehr als ein Drittel von dem Geld, das die Stadt in einem Jahr ausgeben konnte. Unter dem Haus liegt ein besonderes Stück: ein drei Meter langes Stück Mauer aus dem frühen Mittelalter, von einer alten Königspfalz. Im Krieg brannte das Dach ab. Beim Wiederaufbau wurde es einfacher gebaut als vorher. Schau nach oben: Wie viele Giebel siehst du?
Koordinaten: 51.43536, 6.76094 · auf der Karte