Stadtohr

Stadtrundgang Duisburg · Station 15 von 22

Burgplatz

· burgplatz, königspfalz, frühgeschichte, mercator

Burgplatz
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Ausführlich

Sie stehen auf dem Burgplatz, und damit wieder dort, wo wir begonnen haben. Dieser Platz ist die Keimzelle der Stadt. Heute begrenzen ihn nur das Rathaus und ein Teil der Salvatorkirche. Er misst etwa 5000 Quadratmeter, jeweils rund 70 Meter in Länge und Breite. Zu römischer Zeit lag er unmittelbar am Rhein, hochwassersicher etwa acht Meter über dem Ufer, und sicherte den Rheinübergang am Hellweg. Schon damals stand hier ein Bauwerk zur Grenzsicherung. Eine spätmerowingische Chronik berichtet von Chlodio, dem König der Salfranken, der in einem Kastell namens Dispargum saß. Eine kleine Gruppe von Historikern beschäftigte sich fast zwei Jahrhunderte lang mit der Frage, ob Dispargum das deutsche Duisburg war. Joseph Milz kam 2008 zu dem Schluss, dass Dispargum das spätere Duisburg war. Das Kastell stand nach seiner Deutung an der Stelle des heutigen Rathauses und des Burgplatzes. Sicher datiert ist die erste Erwähnung des Namens: Der Abt Regino von Prüm nennt Duisburg zum Jahr 883 oder 884. Im 8. Jahrhundert entstand der Königshof, im 10. Jahrhundert wurde er zur Königspfalz ausgebaut. 929 fand hier eine Reichssynode unter Heinrich I. statt, 944 ein Landtag unter Otto I. Zwischen 929 und 1129 sind insgesamt 17 Königs- und Kaiseraufenthalte belegt. 1283 vernichtete ein Feuer die Anlage fast vollständig. Die Mauern der Pfalz standen noch, und man baute kleinere Häuser an. Auf dem Corputius-Plan sind sie zu erkennen. Nach Norden begrenzte ihn die Schupkuylenstraete. Der Name erinnert an die Strafe des Schupfens: Der Verurteilte wurde in ein Wasserloch gestoßen und untergetaucht. Mitte des 17. Jahrhunderts erhielt die Straße den Namen Graat, abgeleitet vom lateinischen gradus, Stufe. 1552 zog der Kartograph Gerhard Mercator nach Duisburg und bezog ein Haus in der Oberstraße. Sein Schüler Johannes Corputius zeichnete um 1566 die nach ihm benannte Stadtansicht aus der Vogelschau. Die nötigen Beobachtungen machte er vor allem vom Turm der Salvatorkirche. Schauen Sie dorthin, dort haben wir begonnen. Nicht Teil dieses Rundgangs ist der Duisburger Hafen mit seinem Zentrum im Stadtteil Ruhrort. Er gilt als größter Binnenhafen der Welt und braucht eigene Zeit. Hier endet der Rundgang. Danke, dass Sie mitgegangen sind.

Kurzfassung

Sie stehen auf dem Burgplatz, der Keimzelle der Stadt. Er wird heute nur vom Rathaus und der Salvatorkirche begrenzt. Hier stand ein römisches Bauwerk zur Grenzsicherung, später der Königshof und die Königspfalz.

Für Kinder

Hier hat Duisburg angefangen. Zur Zeit der Römer stand hier ein Bauwerk, das die Grenze am Rhein sichern sollte. Später gab es hier eine Königspfalz. Das war ein Haus, in dem der König wohnte, wenn er auf Reisen war. Zwischen den Jahren 929 und 1129 kamen siebzehnmal Könige und Kaiser hierher. Heute stehen am Platz das Rathaus und die Kirche, bei der wir gestartet sind. Dreh dich um: Kannst du den Turm ohne Spitze sehen?

Quellen

Koordinaten: 51.435392, 6.761667 · auf der Karte

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