
Sie stehen vor der Marienkirche am Ostenhellweg, südlich der Reinoldikirche. Sie war die Gerichts- und Ratskirche der Reichsstadt und vereinigt romanische und gotische Bauteile. Über ihre Gründung ist wenig bekannt. Historiker vermuten, dass die Besuche von Friedrich Barbarossa und seinem Sohn Heinrich VI. in der Kaiserpfalz zum Bau führten. 1267 wird die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, bis ins 14. Jahrhundert heißt sie Capella Regis, Kapelle des Königs. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1401, Wikipedia das 12. Jahrhundert. Gebaut wurde sie als spätromanische, dreischiffige Pfeilerbasilika mit einem Zwillingsturmpaar im Westen. Eine Basilika ohne Querschiff und mit Turmpaar hat in Westfalen keine Parallele. Vergleichbares findet sich bei den kaiserlichen Kirchen in Goslar und den Kaiserdomen in Speyer und Königslutter. Im 13. Jahrhundert übernahm der Rat der Stadt weitgehend die Rechte des Königs, so wurde die Marienkirche zur Ratskirche. In der Mitte des 14. Jahrhunderts ersetzte ein größerer gotischer Chor die drei romanischen Apsiden. Der bekannteste Altar ist der Marienaltar von Conrad von Soest aus dem Jahr 1420. Dann kamen schwere Zeiten. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges lebte nur noch ein Drittel der Bürger in der Stadt. 1661 stürzte der Turm der Reinoldikirche ein und zerstörte die Marienkirche teilweise. Für die Wiederherstellung fehlte das Geld, die Kirche galt als Bauruine. 1805 musste der nördliche Turm abgetragen werden, 1828 wurde sie wegen Baufälligkeit geschlossen. Die Ruine sollte abgerissen und als Steinbruch freigegeben werden. Erst als sie öffentlich als Steinbruch ausgeschrieben wurde, regte sich Protest. Der preußische Kronprinz, der spätere König Friedrich Wilhelm IV., setzte sich nach einem Besuch 1833 für sie ein. Karl Friedrich Schinkel schrieb ein Gutachten für den Erhalt. Die Abbruchgenehmigung vom 17. Februar 1834 wurde zurückgehalten. Im Mai 1839 war der erste Gottesdienst nach der Wiederherstellung. Am 2. Juli 1882 wurde die Kirche nach einer Restaurierung für 150.000 Mark neu eröffnet. 1936 wurde hier von der Kanzel gegen die Verbrechen der Konzentrationslager gepredigt, unter Nennung der Namen.
Sie stehen vor der Marienkirche am Ostenhellweg, südlich der Reinoldikirche. Die evangelische Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und war Gerichts- und Ratskirche der Reichsstadt. Sie bewahrt den Marienaltar von Conrad von Soest aus dem Jahr 1420.
Du stehst vor der Marienkirche. Sie ist mehr als achthundert Jahre alt und stammt aus dem 12. Jahrhundert. In ihr steht ein Altar von 1420, der Marienaltar von Conrad von Soest. Einmal wäre die Kirche beinahe verschwunden: Sie war eine Ruine, und man wollte sie als Steinbruch freigeben. Das heißt, man wollte die Steine für andere Häuser nehmen. Dann setzten sich der preußische Kronprinz und der Oberbaudirektor Karl Friedrich Schinkel für sie ein. 1839 gab es wieder einen Gottesdienst. Was wäre aus der Stadt geworden, wenn die Kirche weg wäre?
Koordinaten: 51.5142, 7.4675 · auf der Karte