Stadtohr

Stadtrundgang Dortmund · Station 5 von 16

Museum Ostwall

1952 · museum, moderne kunst, fluxus, nachkriegszeit

Museum Ostwall
Foto: unbekannt, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Museum Ostwall im Dortmunder U. Es ist das Museum der Stadt Dortmund für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1952, Wikipedia nennt als Gründung 1947. Der Name kommt vom Ostwall, dem östlichen Teil des Wallrings. Dort stand bis zum Zweiten Weltkrieg das Gebäude des Landesoberbergamtes, 1872 bis 1875 errichtet. Ab 1911 beherbergte es die städtische Sammlung. Die Kunst war im Frühjahr 1943 auf Schlösser ausgelagert und so gerettet worden. 1945 gab es in Dortmund keinen Ort für die städtischen Sammlungen. Der Rat gründete das Museum am Ostwall deshalb 1947, um die von den Nationalsozialisten verfemte Kunst der Moderne zu zeigen, ebenso Dortmunder Kunst. Am alten Standort entstand der Neubau aus noch vorhandenen Gebäudeteilen. Den Lichthof richtete man 1947 bis 1949 mit tatkräftiger Mithilfe von Dortmunder Bürgern ohne öffentliche Gelder wieder her. Er ist der einzige überlebende Kulturbau der Kaiserzeit in der Innenstadt. Unter Gründungsdirektorin Leonie Reygers begann 1949 der Aufbau der Sammlung, noch im selben Jahr gab es die erste Ausstellung. Im Juni 2009 schloss das Museum am alten Standort, im Oktober 2010 eröffnete es im Dortmunder U wieder. Die Leitidee heißt „Das Museum als Kraftwerk“. Die Sammlung umfasst Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Emil Nolde und Karl Schmidt-Rottluff, die 1905 die Künstlervereinigung „Brücke“ gegründet hatten, und von Wassily Kandinsky, Franz Marc, August Macke und Alexej von Jawlensky aus dem Umfeld des „Blauen Reiters“. Nach dem Museum in Wiesbaden hat es die zweitgrößte Jawlensky-Sammlung in Deutschland. Dazu kommen 26 Grafiken von Pablo Picasso. Anfang der 1990er Jahre erwarb das Museum über tausend Arbeiten aus der Sammlung von Siegfried Cremer, das war der Grundstock für den Schwerpunkt Informel, ZERO und Fluxus. 2012 kamen knapp 400 Werke und Dokumente von Wolfgang Feelisch dazu, und über 800 aus der Sammlung von Hermann Braun als langfristige Dauerleihgabe. Für den alten Standort am Ostwall setzte sich eine Bürgerinitiative ein. Der Stadtrat nahm am 11. Dezember 2014 seinen Abriss-Beschluss von 2010 zurück, vorgesehen ist eine Nutzung als Baukunstarchiv.

Kurzfassung

Sie stehen am Museum Ostwall im Dortmunder U, dem Museum der Stadt für die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Es wurde 1947 am Ostwall gegründet und zog 2010 ins Dortmunder U um. Ein Schwerpunkt ist die Fluxus-Kunst.

Für Kinder

Hier ist ein Museum für Kunst aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Gegründet wurde es 1947, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Es sollte die Kunst zeigen, die die Nationalsozialisten geächtet hatten. Die Dortmunder haben beim Wiederaufbau mitgeholfen und einen Saal wieder hergerichtet, ohne Geld von der Stadt. Im Museum hängen Bilder von Künstlern wie Kandinsky und Franz Marc, dazu Grafiken von Picasso. Ein Schwerpunkt ist die Fluxus-Kunst. Was würdest du in einem Museum gern selbst ausprobieren?

Quellen

Koordinaten: 51.513056, 7.472222 · auf der Karte

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