Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 18 von 22

Westfalenbank

1921 · industrie

Ausführlich

Sie stehen an der Huestraße, vor den Gebäuden der früheren Westfalenbank. Diese Bank war eine Gründung der Industrie selbst. 1921 riefen die Bergbau-Aktiengesellschaft „Lothringen“, die Essener Steinkohlenbergwerke AG und die Maschinenfabrik Henschel & Sohn sie als Konzernbank ins Leben. Der Grund: Man wollte nicht von den Berliner Großbanken abhängig sein. Um eine rechtlich komplizierte und aufwendige Neugründung zu vermeiden, kaufte die Interessengemeinschaft von der Commerz- und Privatbank die 1903 gegründete Harzer Bank AG in Osterode, verlegte deren Sitz nach Bochum und änderte die Firma. Von Oktober 1933 bis 1943 hatte die Gauleitung Westfalen-Süd ihren Sitz in dem Gebäude. In den 1950er Jahren erlebte die Westfalenbank ihre Blütezeit und war die Hausbank etlicher Ruhrgebietsunternehmen. Schon in der fortschreitenden Kohlekrise der 1960er Jahre geriet sie selbst in Schwierigkeiten. Als der Chemiekonzern BASF in den 1970er Jahren die Wintershall AG übernahm, wurde er damit auch Mehrheitsaktionär der Bank und verkaufte die Anteile mangels Interesse weiter. 1992 musste ein Vorstandsmitglied gehen, weil er Immobilienspekulanten zu großzügige Kredite bewilligt hatte. Diese mussten nach fallenden Immobilienpreisen Insolvenz anmelden. Da mehrere Großkunden in Schwierigkeiten gerieten, wurde die Bank 2002 an die Düsseldorfer Falke-Bank verkauft. Die stand ihrerseits vor dem Ruin, und die HypoVereinsbank kaufte die Westfalenbank 2004 zurück. In den folgenden Jahren zerlegte sie die einzelnen Bereiche. 2006 ging der Rest an die US-amerikanische Crown-Gruppe. Zum 31. Dezember 2010 wurde der Geschäftsbetrieb schließlich eingestellt. Seitdem befindet sich die Crown Westfalen Bank AG in Liquidation. Was von ihr bleibt, sind die Gebäude: 2008 kaufte sie ein Bochumer Immobilienunternehmen und baute sie zu einem Medienzentrum um. Heute sitzen hier unter anderem die WAZ-Redaktion Bochum und der Sender 98.5 Radio Bochum. Merken Sie sich den Straßennamen: Die Huestraße verbindet den Hauptbahnhof mit dem Stadtzentrum. Dorthin gehen wir noch. Zuvor aber zur Brauerei.

Kurzfassung

Sie stehen an der Huestraße vor den Gebäuden der früheren Westfalenbank. Bergbau- und Maschinenbauunternehmen gründeten sie 1921 als Konzernbank, um nicht von den Berliner Großbanken abhängig zu werden. Mit der Kohlekrise geriet die Bank in Schwierigkeiten. 2010 stellte sie den Geschäftsbetrieb ein.

Für Kinder

Hier stand eine Bank, die Fabriken und Zechen selbst gegründet haben. Das war 1921. Die Firmen wollten nicht von großen Banken in Berlin abhängig sein, also gründeten sie ihre eigene. In den 1950er Jahren lief es gut, viele Firmen im Ruhrgebiet hatten dort ihr Konto. Dann kam die Kohlekrise, und auch der Bank ging es schlecht. Seit 2010 gibt es sie nicht mehr. Heute arbeiten in dem Gebäude Leute von der Zeitung und vom Radio. Was meinst du: Was machen die dort den ganzen Tag?

Quellen

Koordinaten: 51.479692, 7.217836 · auf der Karte

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