Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 17 von 22

Sparkasse Bochum

1838 · industrie

Sparkasse Bochum
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Hauptsitz der Sparkasse Bochum, dem sogenannten Bügeleisen. Wo Arbeit ist, wird Lohn gezahlt, und wo Lohn gezahlt wird, braucht man Banken. Die städtische Sparkasse wurde am 29. September 1838 gegründet, als zweite ihrer Art im Regierungsbezirk Arnsberg. Bochum hatte damals rund 4.000 Einwohner. Die Menschen sollten für Notzeiten und fürs Alter sparen können und Kredite bekommen. Am Ende des ersten Geschäftsjahres lagen 250 Taler, ein Silbergroschen und drei Pfennig auf den Konten, bei dreieinhalb Prozent Zins. Gut dreißig Jahre später waren es 1.546.000 Taler. In diese Jahre fällt der Beginn des Zechenbaus: 1844 nahm in Hamme die Zeche Präsident die Förderung auf. Mit dem Arbeiterzustrom der Industrialisierung und den Eingemeindungen wuchs die Stadt, und mit ihr die Sparkasse. 1904 kamen Hamme, Hofstede, Grumme und Wiemelhausen zur Stadt, 1926 Weitmar, Hordel, Riemke, Bergen und Altenbochum, 1929 weitere Orte. 1911 eröffnete die Sparkasse ihre erste Geschäftsstelle am Kortländer, dort sitzt sie heute noch. 1913 begann sie mit dem Scheck- und Giroverkehr, 1922 fusionierte die Bankabteilung der Sparkasse mit anderen Instituten zur Kommunalbank AG, der heutigen Sparkasse. Das Gebäude entwarf Wilhelm Kreis 1925, gebaut wurde es 1927 bis 1929 von Bernhard Wielers. Im Juni 1943 wurde es im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, den Wiederaufbau von 1946 bis 1949 leitete wieder Wielers. Zu den Kunstwerken der Sparkassen-Galerie zählten vier übergroße Hände aus Carrara-Marmor von Michael Schwarze, 1983, und eine gekurvte Linie von François Morellet, 1988. Nach Kriegsende standen nur noch rund 80.000 der vormals fast 300.000 Wohnräume im Stadtgebiet zur Verfügung. Der Wiederaufbau brauchte Geld, die Spareinlagen stiegen, und es wurden immer mehr Wohnungsbaudarlehen bewilligt. Ende der 1950er Jahre hielt der bargeldlose Zahlungsverkehr Einzug. Er vereinfachte unter anderem die Lohnauszahlung der Unternehmen an ihre Arbeitskräfte. Deshalb eröffnete die Sparkasse neue Zweigstellen in der Nähe großer Fabriken und Zechen. Bis Ende der 1960er Jahre hatte sie 30 Zweigstellen, 1971 waren es 35. Heute beschäftigt die Sparkasse 1.172 Mitarbeiter. Seit März 2014 führt die Route der Industriekultur sie in der Themenroute Bochum.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Hauptsitz der Sparkasse Bochum, dem Bügeleisen von 1929. Die städtische Sparkasse gibt es seit dem 29. September 1838, als Bochum rund 4.000 Einwohner hatte. Mit der Industrie wuchs sie: Ende der 1950er Jahre eröffnete sie neue Zweigstellen in der Nähe großer Fabriken und Zechen.

Für Kinder

Das hier ist eine Bank, die Sparkasse. Das Haus heißt Bügeleisen. Schon 1838 gab es die Sparkasse, damals lebten nur etwa 4.000 Menschen in Bochum. Im ersten Jahr kamen nur 250 Taler zusammen. Gut dreißig Jahre später waren es über eine Million Taler. Als die Zechen und Fabriken Arbeiter brauchten, kamen viele Menschen nach Bochum. Sie bekamen Lohn und konnten etwas zurücklegen. Das Geld für Notzeiten und fürs Alter, dafür war die Sparkasse gedacht. Wofür würdest du sparen?

Quellen

Koordinaten: 51.4805, 7.219527777 · auf der Karte

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