
Hier endet unser Rundgang, vor der Christuskirche in unmittelbarer Nähe des Rathauses. Sie ist eine evangelische Kirche und gilt zugleich als Mahnmal gegen den Krieg. Gebaut wurde sie im neugotischen Stil nach Plänen des Krefelder Büros Hartel und Quester. Am 15. Mai 1877 legte man den Grundstein, etwa am 24. Oktober 1878 war der 72 Meter hohe Turm fertig, aus Obernkirchener Sandstein. Schauen Sie ihn hinauf. 1931 gestaltete der Bochumer Architekt Heinrich Schmiedeknecht im Sockelgeschoss des Turmes eine Gedenkhalle. In Goldmosaik sind die Namen von 30 im Deutsch-Französischen Krieg Gefallenen, von 1362 im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindemitgliedern und die 25 Staaten eingetragen, gegen die Deutschland Krieg geführt hat. 1933 predigte hier Pfarrer Hans Ehrenberg, seit 1925 in der Innenstadtgemeinde, gegen den Nationalsozialismus: „Wir sagen Nein.“ Er war ein zum Christentum konvertierter Jude, Mitbegründer der Bekennenden Kirche und an den „Bochumer Bekenntnissen“ beteiligt. Am 9. November 1938 wurde seine Wohnung verwüstet, er wurde verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Dank der Intervention unter anderem des Bischofs von Chichester gelangte er 1939 ins britische Exil. Sein Amtsbruder Albert Schmidt predigte im November 1939 gegen die Behandlung Ehrenbergs, er wurde noch in der Sakristei verhaftet und nach einem Monat Haft nach Werther verbannt. Für beide liegt seit dem 11. November 2019 ein Stolperstein in Bochum. Am 14. Mai 1943 wurde die Kirche bei einem der ersten größeren Bombenangriffe zerstört. Das Kirchenschiff errichtete von 1956 bis 1959 der Architekt Dieter Oesterlen neu, mit Ziegelwänden. Die seitlichen Betonglasfenster gestaltete der Bildhauer Helmut Lander. Um 1993 sollte der denkmalgeschützte, lange wenig gepflegte Turm abgerissen werden: Das erste Gutachten veranschlagte 8 Millionen D-Mark für die Sanierung, und die Kirchengemeinde wollte ihn abreißen lassen. Die Initiative „Denkmal gegen Gewalt“ sammelte Spenden und gab dafür Kuxe aus, in Anlehnung an die Bergbautradition der Region. Am 19. Februar 2002 gab der Klezmer-Musiker Giora Feidman hier ein Benefizkonzert. Der Platz vor dem Turm ist ein Hauptprojekt der Kulturhauptstadt 2010: Der Künstler Jochen Gerz schuf hier den Platz des europäischen Versprechens. Fünf Gussstahlglocken des Bochumer Vereins von 1958 hängen im Turm. Am 11. September läuten sie von 14:46 bis 15:03 Uhr, im Gedenken an die Terroranschläge von 2001. Auf diesem Weg haben Sie die Spuren einer Landstadt am Hellweg gesehen, die durch Kohle und Stahl zur Großstadt wurde. Eigene Zeit braucht die Ruhr-Universität im südlichen Stadtteil Querenburg, 1962 gegründet.
Sie stehen vor der Christuskirche in der Nähe des Rathauses. Die evangelische Kirche gilt zugleich als Mahnmal gegen den Krieg. Der Grundstein wurde am 15. Mai 1877 gelegt, der 72 Meter hohe Turm war 1878 fertig. 1943 wurde die Kirche zerstört, das Schiff entstand von 1956 bis 1959 neu.
Du stehst vor der Christuskirche. Ihr Turm ist 72 Meter hoch. Unten im Turm gibt es eine Gedenkhalle für gefallene Soldaten. Die Kirche gilt als Mahnmal gegen den Krieg. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie zerstört, der Turm blieb. Der Pfarrer Hans Ehrenberg sagte hier 1933 in seiner Predigt zu den Nationalsozialisten: Wir sagen Nein. Weißt du, wozu eine Stadt ein Mahnmal braucht?
Koordinaten: 51.4821, 7.213583 · auf der Karte