Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 15 von 22

Rathaus Bochum

1931 · rathaus, architektur, weimarer republik, wiederaufbau

Rathaus Bochum
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Rathaus Bochum. Es gehört zu den wichtigsten Repräsentativbauten des Ruhrgebiets. Es ist von der spanischen Renaissance beeinflusst und von ornamentloser, massiver Bauweise, war für seine Zeit aber ein hochmodernes, durchrationalisiertes Verwaltungsgebäude. Es markiert den Übergang der Stadt von einer wild wachsenden Montanstadt zu einer modernen Großstadt. Die ersten Rathäuser standen am Alten Markt. Das dritte wurde 1696 ungefähr dort erbaut, wo heute das Denkmal des Kuhhirten steht. Später zog die Verwaltung in die ehemalige Rentei bei der Propsteikirche, dann in das frühere Hotel Soedinger Hof an der Alleestraße. Mit der Eingemeindung von 1904 explodierten die Einwohnerzahlen, und auch dieser Platz wurde zu klein. Ein erster Architektenwettbewerb 1912/13 blieb ohne Folgen, der Erste Weltkrieg stoppte die Pläne. Auch nach einem zweiten Wettbewerb 1925 konnte keiner der Preisträger bauen. Also beauftragte man 1926 Karl Roth, der schon die Rathäuser in Dresden, Kassel und Barmen entworfen hatte. Die Grundsteinlegung war am 12. Juli 1927, die Bauleitung hatte Stadtbaumeister Sepp Spannmacher. Am 20. Mai 1931 wurde das Rathaus eröffnet. Veranschlagt waren 7,5 Millionen Reichsmark, am Ende kostete es 9,25 Millionen. Unterhalb des Sitzungssaales lag die Stadthauptkasse und darunter ein Tresor, den es noch gibt. Daher heißt es, die Ratsherren säßen auf dem Geld. Heute ist hier das Trauzimmer des Standesamts. Die Nationalsozialisten griffen den jüdischen Oberbürgermeister Otto Ruer wegen angeblich übertriebener Pracht an und trieben ihn in den Selbstmord. Ruer hatte viele Schmuckarbeiten am Rathaus eingestellt. Vor dem Rathaus erinnert seit dem 31. Mai 2005 ein Stolperstein an ihn. Die zehn Bronzefiguren im Innenhof wurden im April 1940 demontiert und für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Bei den Luftangriffen 1943 brannten das Dachgeschoss und das fünfte Obergeschoss aus. Am 4. November 1944 zerstörten direkte Treffer den Glockenturm und den Sitzungssaal, auch die Steinmetzarbeiten bis auf kleine Löwenköpfe über dem Portal. Das Bauaktenarchiv der Stadt ging verloren. Der größte Teil des Hauses überstand das dank der Stahlbetondecken über den oberen Geschossen. 1951 waren Sitzungssaal und Glockenturm wieder gebaut, 1962 erreichte das Haus seine jetzige Höhe. Vor dem Rathaus steht auch die große Stahlglocke, bei der wir gerade waren.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Rathaus Bochum, einem der wichtigsten Repräsentativbauten des Ruhrgebiets. Entworfen hat es Karl Roth, die Grundsteinlegung war am 12. Juli 1927, die Eröffnung am 20. Mai 1931. Es markiert den Übergang der Stadt von einer wild wachsenden Montanstadt zu einer modernen Großstadt.

Für Kinder

Du stehst vor dem Rathaus von Bochum. Es wurde 1931 eröffnet. Zweimal gab es einen Wettbewerb für die besten Pläne, bis der Architekt Karl Roth den Auftrag bekam. Im Keller liegt ein Tresor. Deshalb sagt man, die Ratsherren sitzen auf dem Geld. Früher gab es hier drei Kassenhallen, in denen man Steuern, Löhne und andere Zahlungen bezahlte. Heute ist an dieser Stelle das Trauzimmer. Wo würdest du am liebsten heiraten?

Quellen

Koordinaten: 51.482269, 7.215239 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.