Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 14 von 22

Glocke vor dem Bochumer Rathaus

1867 · glocke, gussstahl, bochumer verein, weltausstellung

Glocke vor dem Bochumer Rathaus
Foto: siehe Dateiseite, siehe Dateiseite · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor der Glocke vor dem Bochumer Rathaus. Sie ist eine Erinnerung an den Stahlformguss des Bochumer Vereins, einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte. Jacob Mayer, Gründer des Bochumer Vereins und Erfinder des Formgussverfahrens für Gussstahl um 1850, stellte Glocken auf der Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1852 vor. 1855 gab es auf der Weltausstellung in Paris einen Eklat. Alfred Krupp hielt die Glocken für Gusseisen, nicht für Gussstahl. Mayer ließ daraufhin eine noch rohe Glocke aus dem Werk nach Paris bringen und zerschlagen, um die Schmiedbarkeit zu beweisen. Krupps Ruf als Fachmann war danach beschädigt. Auch der Bochumer Verein erhielt die Große Goldene Ehren-Medaille, und Napoleon III. ernannte Mayer zum Ritter der Ehrenlegion. 1862 zeigte der Bochumer Verein in London eine Glocke von 2,66 Metern Durchmesser und 10.000 Kilogramm. Glocken wurden das Aushängeschild des Unternehmens, Bochum nannte sich Glockenstadt. Bis 1928 waren 30.000 Kirchenglocken im Werk hergestellt worden, bis 1970 stellte man Glocken industriell her. Die Glocke, vor der Sie stehen, entstand 1867. Sie wiegt 15.000 Kilogramm, ihr Durchmesser beträgt zehn Fuß, also 3,13 Meter, ihr Schlagton ist d. Sie soll die Weltausstellung in Paris eingeläutet haben. Dafür erhielt der Bochumer Verein wieder die Goldene Ehren-Medaille. Es ist die größte Glocke, die die Firma produziert hat, und die zweitschwerste Deutschlands. Ihr Weg war lang. 1902 stand sie in Düsseldorf in der Messehalle des Bochumer Vereins, mit einer kleinen elektronischen Läutmaschine. Anfang der 1930er-Jahre stand sie auf dem Werksgelände, ab Juni 1937 vor dem Verwaltungsgebäude an der Essener Straße, und im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt. In den 1970er-Jahren musste sie einer Straßenerweiterung weichen. Die Krupp Stahl AG, die den Bochumer Verein inzwischen übernommen hatte, überließ sie der Stadt. 1979 wurde sie vor dem Rathaus aufgestellt. Ihr Klöppel ist seitdem verloren.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Glocke vor dem Rathaus. Der Bochumer Verein goss sie 1867 aus Stahl für die Weltausstellung in Paris. Sie wiegt 15.000 Kilogramm und misst 3,13 Meter im Durchmesser. Es ist die zweitschwerste Glocke Deutschlands. Seit 1979 steht sie hier, ihr Klöppel ist verloren.

Für Kinder

Du stehst vor einer riesigen Glocke aus Stahl. Sie wiegt 15.000 Kilogramm und ist die zweitschwerste Glocke Deutschlands. Gegossen wurde sie 1867 in Bochum für die Weltausstellung in Paris. Man sagt, sie habe die Weltausstellung eingeläutet. Ihr Klöppel, das ist der Schläger im Inneren, ist verloren. Bochum nannte sich einmal Glockenstadt. Bis 1928 wurden dort 30.000 Kirchenglocken gegossen. Warum wohl nannte sich die Stadt so?

Quellen

Koordinaten: 51.48208, 7.21547 · auf der Karte

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