Stadtohr

Stadtrundgang Bochum · Station 19 von 22

Schlegel-Scharpenseel-Brauerei

1854 · industrie

Schlegel-Scharpenseel-Brauerei
Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen am Schlegelturm, dem 58 Meter hohen Malzsilo der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei. Der Bochumer Architekt Heinrich Schmiedeknecht errichtete es 1927. Im Historischen Rundgang der Kortum-Gesellschaft heißt es über diesen Turm, Bochums Dreiklang sei: Kohle, Eisen, Schlegel-Bier. Es waren zwei Brauereien. Am 1. Mai 1854 gründete der fränkische Braumeister Johann Joachim Schlegel an der Alleestraße seine Brauerei. Am 6. Mai 1854 eröffnete Moritz Scharpenseel an der Trankgasse die „Bayrische Bierhalle“, sein Bruder Heinrich hatte schon Anfang 1853 am Hellweg gebraut. Beide setzten auf bayrische Brautechnik und nicht mehr auf das bis dahin übliche obergärige Bier. Am 15. Januar 1870 eröffnete die Scharpenseel-Brauerei ihre Dampf-Bierbrauerei. Im Jahr 1900 war Bochums größte Brauerei die Viktoria mit 101.647 Hektolitern, danach kam Schlegel mit 78.540 und Scharpenseel mit 75.000. 1918 fusionierten beide zur Schlegel-Scharpenseel-Brauerei AG, mit 3,6 Millionen Mark Aktienkapital. Gemeinsames Markenzeichen wurden die drei aneinander stoßenden Küferhämmer. Danach übernahm das Unternehmen weitere Brauereien, 1928 auch die Viktoria-Brauerei. Anfang der 1930er Jahre wurden in Bochum täglich über 2.000 Hektoliter Bier in Fässern versandt, es gab ein Bierlaboratorium und eine moderne Hefe-Reinzucht. Der Ausstoß wuchs: 1928 waren es 325.000 Hektoliter, 1956 429.000 und 1958 500.000. 1956 gehörte die Brauerei zu den zehn größten der Bundesrepublik, 1966 hatte sie über 700 Mitarbeiter. Dann kam das Ende. 1971 übernahm die Dortmunder Union-Schultheiss-Brauerei den Betrieb. Am 11. Dezember 1979 beschloss ihr Aufsichtsrat die Stilllegung des Bochumer Werks, im Juli 1980 endete die Produktion. 1983 kaufte die Landesentwicklungsgesellschaft das Gelände, ließ die meisten Gebäude abreißen und bebaute es mit Wohnungen. Stehen blieben der Turm, das Sudhaus und das Verwaltungsgebäude an der Alleestraße. Schauen Sie zum Turmkopf. Fast fünfzig Jahre hing dort das Firmenzeichen der Brauerei, in den frühen 1970er Jahren wurde es gegen das Schultheiss-Logo getauscht. Seit dem 15. März 1991 trägt der Turm an allen vier Seiten das Bochumer Wappen. Das Verwaltungsgebäude, ebenfalls von Schmiedeknecht, wurde 1998 verkauft und saniert. Als „Schlegel-Haus“ nutzen es heute Unternehmen der Kreativwirtschaft.

Kurzfassung

Sie stehen am Schlegelturm, dem 58 Meter hohen Malzsilo der Schlegel-Scharpenseel-Brauerei von 1927. Die Brauerei entstand 1918 aus der Fusion der Schlegel- und der Scharpenseel-Brauerei. 1958 braute sie 500.000 Hektoliter. Im Juli 1980 endete die Produktion.

Für Kinder

Dieser hohe Turm gehörte zu einer Brauerei. Er ist ein Malzsilo, 58 Meter hoch, und stammt von 1927. Die Brauerei war einmal so groß, dass sie 1958 fünfhunderttausend Hektoliter Bier braute. Ein Hektoliter sind hundert Liter. Über 700 Menschen arbeiteten dort. Doch 1980 wurde sie geschlossen, und fast alle Gebäude wurden abgerissen. Der Turm blieb stehen. Auf jeder Seite siehst du das Wappen von Bochum. Wie viele Wappen kannst du zählen, wenn du um den Turm herumgehst?

Quellen

Koordinaten: 51.4808, 7.21167 · auf der Karte

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