
Eine grüne Bronzefigur eines Mannes mit Kappe und langem Umhang, der in ein Horn bläst. In der anderen Hand hält er einen langen Stab. Neben ihm steht ein Hund. Die Figur steht auf einem niedrigen Sockel aus grauem Stein mit einer kleinen Tafel. Dahinter liegen ein Geländer, Bäume und ein Kirchturm aus Sandstein.
Sie stehen am Kuhhirtendenkmal. Der Platz heißt seit dem 4. März 1993 Platz am Kuhhirten, vorher hieß er Alter Markt. Hier, ungefähr an dieser Stelle, wurde 1696 das dritte Bochumer Rathaus erbaut. Das Denkmal erinnert an die beschaulichen Zeiten Bochums als kleines Landstädtchen. Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts besaß fast jede Familie eine Ziege, ein Schwein oder eine Kuh. Städtische Hirten führten sie täglich zur Tränke und hüteten sie auf der Vöde, der Allmende nördlich der Stadt. 1841 gab es noch 194 Kühe, 238 Ziegen und Schweine. Der Beruf galt als niedere Tätigkeit: 1737 ist erwähnt, dass die beiden Kuhhirten und der Schweinehirt nicht schreiben konnten, um ihren Lohn zu quittieren. Dann kam das Wachstum. Seit den 1860er-Jahren entstanden auf ehemaligen Äckern Zechen, Stahlwerke und Eisenbahnstrecken, Menschen aus allen Teilen der deutschen Länder zogen zu, darunter auch die sogenannten Ruhrpolen. Die alte Stadt wuchs auf über das Dreißigfache: 1818 zählte sie 2107 Einwohner, 1858 waren es 8797, 1904 schon 75.228. Zweimal am Tag trieb man 150 Kühe durch die engen Gassen. Um 1870 und 1871 wurde der Viehtrieb eingestellt, zuletzt waren es noch 46 Kühe und 40 Ziegen. Auf der früheren Vöde entstand ab 1876 der Stadtpark. Als Reaktion auf diesen Umbruch beriet man am 27. Oktober 1906 auf Initiative des Kaufmanns August Hackert über ein Denkmal. Als genug Spenden zusammen waren, gab der Magistrat den Auftrag. Der Bildhauer August Schmiemann aus Münster, der auch den Kiepenkerl in Münster geschaffen hat, entwarf es. Die Bronzefigur zeigte einen Kuhhirten mit Hirtenhund, 2,20 Meter hoch, sehr genau modelliert. Die Enthüllung war am 29. Mai 1908. 1944 wurde sie demontiert, wahrscheinlich eingeschmolzen. Das zweite Denkmal schuf 1961 der Bochumer Bildhauer Walter Kruse, geweiht am 13. Januar 1962. Es ist etwa zehn Zentimeter kleiner und weniger detailreich, so fehlt eine Tasche mit Pfeife. Und dann die Legende: Man nennt den Hirten Fritz Kortebusch. Das erste Denkmal sollte aber keine bestimmte Person darstellen. Der Kuhhirte hieß eigentlich Diederich Henrich Kortebusch und starb 1866, rund vier Jahre vor dem letzten Viehtrieb. Bei einer Umfrage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung kam das Denkmal auf Platz eins.
Sie stehen am Kuhhirtendenkmal am Platz am Kuhhirten. Das erste Denkmal wurde 1908 errichtet und erinnert an Bochum als kleines Landstädtchen. 1944 wurde es demontiert, vermutlich eingeschmolzen. Das heutige entstand 1961 als Nachgestaltung. Im Volksmund heißt der Hirte Fritz Kortebusch.
Du stehst vor einem Kuhhirten aus Bronze. Früher hatte fast jede Familie in Bochum eine Ziege, ein Schwein oder eine Kuh. Hirten brachten die Tiere jeden Tag zur Tränke und auf die Weide. Als die Stadt wuchs, wurde es zu eng für die Herde. Zweimal am Tag trieb man 150 Kühe durch die Gassen. Um 1870 war damit Schluss. Später setzten die Bochumer dem Kuhhirten ein Denkmal. Das erste verschwand im Zweiten Weltkrieg, 1961 gab es ein neues. Kannst du dir vorstellen, wie das aussah, wenn 150 Kühe durch deine Straße laufen?
Koordinaten: 51.481861, 7.219806 · auf der Karte