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Stadtrundgang Bochum · Station 11 von 22

Alte Synagoge Bochum

1863 · synagoge, jüdisches leben, nationalsozialismus, erinnerung

Alte Synagoge Bochum
Foto: Unknown authorUnknown author, Public domain · Wikimedia Commons

Ausführlich

Hier, an der heutigen Huestraße, stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde Bochums. Die Straße hieß damals Wilhelmstraße, die Hausnummer war 18. Schon seit 1650 ist in Bochum ein Betraum für jüdische Einwohner nachgewiesen. Die erste Synagoge für damals rund fünfzig Personen bestand spätestens ab 1765, an der Schützenbahn. Die Gemeinde wuchs, und so entstand ab 1861 ein größeres Gotteshaus. Der Bochumer Architekt Theodor Haarmann entwarf es im neoromanischen Stil. Am 28. August 1863 wurde die Synagoge eingeweiht. Sie stand von der Straße aus gesehen etwas zurückversetzt, schräg hinter dem Schulgebäude. 1895 und 1896 wurde sie erweitert, so dass 500 statt 300 Personen Platz fanden. Der Kölner Architekt Joseph Seché gestaltete sie im maurischen Stil um, mit Doppelkuppel, Ecktürmchen und Zinnenkränzen. Doch dieser Stil war schon fast wieder veraltet, und 1925 entfernte man die Verzierungen wieder. 1930 erreichte die Gemeinde mit 1244 Personen ihre höchste Mitgliederzahl. Gegenüber der Synagoge befand sich ab dem 1. Oktober 1933 der Sitz der Gauleitung der NSDAP. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge vollständig zerstört. Das Schulgebäude schützte die Feuerwehr wie die anderen umliegenden Gebäude, aber die SA verwüstete sein Inneres. Im Eingang der Synagoge hatte es eine Gedenktafel für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs gegeben, mit einem Bronzerelief des „Löwen von Juda“. Jemand nahm dieses Relief bei der Zerstörung an sich und gab es am nächsten Tag im Haus der jüdischen Familie Baer ab. Die Familie nahm es mit, als sie im Februar 1939 nach Frankreich emigrierte. Ihre Tochter Karla Goldberg schenkte der Stadt Bochum 2001 eine Kopie des Löwen. Seit 2007 hat sie ihren Platz im Eingangsbereich der neuen Synagoge. Heute erinnert an die alte Synagoge eine Gedenktafel an der Seitenwand des Hauses Huestraße 30, eingeweiht am 9. November 1968. An der Harmoniestraße steht seit 2004 eine Stele mit einem Foto der Synagoge, aufgestellt aus dem ungefähren Blickwinkel der 1920er-Jahre. Dort findet seit 2004 jährlich die Gedenkfeier an die Pogromnacht statt.

Kurzfassung

Hier, an der heutigen Huestraße, damals Wilhelmstraße 18, stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Sie wurde am 28. August 1863 eingeweiht und in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 vollständig zerstört. Eine Gedenktafel am Haus Huestraße 30 erinnert an sie.

Für Kinder

Hier stand früher eine Synagoge, das Gotteshaus der jüdischen Menschen in Bochum. Sie wurde 1863 eingeweiht. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde sie zerstört. In ihrem Eingang gab es eine Tafel für die jüdischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Darauf war ein Löwe aus Bronze. Jemand nahm den Löwen mit und gab ihn bei einer jüdischen Familie ab. Die Familie nahm ihn mit nach Frankreich. Eine Kopie davon hat heute ihren Platz in der neuen Synagoge. Warum wohl nahm die Familie den Löwen mit?

Quellen

Koordinaten: 51.480166666, 7.218361111 · auf der Karte

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