
Willkommen in Wuppertal. Sie stehen vor dem Opernhaus im Stadtteil Barmen, und hier beginnt der Rundgang. Das Haus ist ein guter Anfang, denn an ihm lässt sich ablesen, was dieser Stadt widerfahren ist. Zuerst ein Satz zur Stadt selbst: Wuppertal gibt es erst seit 1929. Damals wurden die Städte Elberfeld und Barmen sowie Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel vereinigt, zunächst unter dem Namen Barmen-Elberfeld. 1930 wurde die Stadt in Wuppertal umbenannt, nach ihrer Lage im Tal der Wupper. Barmen, wo Sie jetzt stehen, war bis dahin eine eigene Großstadt. Das Opernhaus wurde 1905 als Stadttheater Barmen fertiggestellt, nach Entwürfen des Kölner Architekten Carl Moritz. Zur Jahreszahl gibt es zwei Angaben: Wikidata nennt 1907, die Baugeschichte 1905. Ich nenne Ihnen die ältere. Der Bau war eine Mischung aus Neobarock und Jugendstil, so, wie es zu seiner Entstehungszeit passte. In der Nacht zum 30. Mai 1943 wurde er bei einem Luftangriff auf Barmen schwer beschädigt. Nach dem Krieg gab es lange Diskussionen: abreißen und völlig neu bauen, oder mit dem arbeiten, was noch stand? Nicht zuletzt aus Kostengründen fiel die Entscheidung für die Ruine. Am Sonntag, dem 14. Oktober 1956, wurde das Haus mit einem Festakt neu eröffnet, gespielt wurde Paul Hindemiths Oper Mathis der Maler. Damit endete ein Provisorium: Die Oper hatte bis dahin in der Stadthalle in Elberfeld gespielt. Das Haus, das Sie sehen, ist deshalb kein Jugendstilbau mehr. Aus einem Theater mit vier Rängen wurde ein Haus mit zwei Rängen. Auf die Formensprache des Jugendstils, die der Baudezernent Friedrich Hetzelt „schwerverdaulich“ nannte, verzichtete man bewusst. Es entstand ein Bauwerk aus dem Empfinden der 1950er Jahre, und als bezeichnendes Beispiel dieser Richtung steht es heute unter Denkmalschutz. Zum ersten Mal diente das Theater nun ausschließlich Oper und Ballett. Ab 1974 spielte hier, neben dem Elberfelder Schauspielhaus, auch das Tanztheater von Pina Bausch. Von ihm hören Sie an der letzten Station. Dann das Jahr 2003: Ein negatives Brandschutzgutachten machte die Schließung zum Dezember 2003 unvermeidbar. Die Stadt entschied sich für die Sanierung, die nach langem Vorlauf Ende 2006 begann. Am 18. Januar 2009 wurde das Opernhaus mit einem Festakt wiedereröffnet. Und 2021 stand das Wasser im Haus: Das Hochwasser setzte die gesamte Unterbühne mit Orchestergraben, Bühnentechnik, Elektrik und Belüftungsanlage anderthalb Meter tief unter Wasser. Der Schaden wurde auf sechs bis zehn Millionen Euro geschätzt.
Sie stehen vor dem Opernhaus Wuppertal in Barmen. Es wurde 1905 als Stadttheater Barmen fertiggestellt und ist heute die Hauptspielstätte der Wuppertaler Bühnen und des Tanztheaters Pina Bausch. Nach dem Krieg im Stil der 1950er Jahre wieder aufgebaut, steht es unter Denkmalschutz.
Hier wird Theater gespielt: Oper und Ballett. Das Haus wurde 1905 gebaut. Im Zweiten Weltkrieg, in der Nacht zum 30. Mai 1943, wurde es bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Die Stadt riss es nicht ab, sondern baute es aus der Ruine wieder auf. 1956 wurde es mit einem Fest neu eröffnet. Später musste es schließen, weil der Brandschutz nicht gut genug war. Es wurde saniert, und seit 2009 ist es wieder offen. Im Jahr 2021 stand sogar das Wasser unter der Bühne, anderthalb Meter hoch. Welches Stück würdest du gern einmal hier sehen?
Koordinaten: 51.2673, 7.19315 · auf der Karte