
Sie stehen vor dem Engels-Haus. Eberhard Haarmann baute es 1775 im Auftrag des Textilunternehmers Johann Caspar Engels, 1715 bis 1787, des Urgroßvaters des Philosophen Friedrich Engels. Das Haus ist ein typisches großbürgerliches Fachwerkwohnhaus des bergischen Spätbarocks. Die Ausstattung zeugt von der guten Qualität des Kunsthandwerks der Zeit. Als repräsentatives Wohnhaus der Textilunternehmer- und Kaufmannsfamilie Engels zeigt es, wie das Großbürgertum in Barmen um 1800 wohnte und lebte. Eine Verwechslung gleich vorweg: Das Engels-Haus war eines von fünf Wohnhäusern, die die Familie im damaligen Unterbarmer Bruch besaß. Es ist das Geburtshaus von Friedrich Engels dem Älteren, 1796 bis 1860, dem Vater des Philosophen. Der Philosoph selbst, 1820 bis 1895, wurde etwa hundert Meter östlich geboren. Dieses Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, ein Gedenkstein im Engelsgarten erinnert an den Ort. Im Engels-Haus, vor dem Sie stehen, wuchs er auf. Neben diesem Haus standen seit Ende des 18. Jahrhunderts die Arbeiterhäuser der Firma Casper Engels Söhne. Dort wohnten und arbeiteten annähernd dreihundert Facharbeiter. Sie stellten Bänder und Litzen her, die sogenannten Barmer Artikel. Dazu gehörten eine Bleicherei und ein Betrieb für Pottasche, die für die Herstellung von Farben wichtig war. Wie diese Industrie im Tal der Wupper entstand, hören Sie am Museum für Frühindustrialisierung. Seit 1970 zeigt das Engels-Haus eine Ausstellung zu Leben und Werk von Friedrich Engels. Sie wurde zum 150. Geburtstag eröffnet, im Beisein von Bundeskanzler Willy Brandt, und das Haus war ein beliebtes Reiseziel von Politikern sozialistischer Staaten. 1987 war Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender der DDR, im Rahmen seines Besuchs in der Bundesrepublik hier zu Gast. In einer legendären Aktion überreichte ihm der Rocker Udo Lindenberg vor dem Haus eine Gitarre. Am 1. November 2016 wurde das Haus geschlossen, und es folgte eine umfangreiche Bauforschung. Ab 2018 wurde saniert und restauriert. Zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels am 28. November 2020 sollte es wieder öffnen, doch die Pandemie verhinderte das. Am 11. September 2021 war es so weit: Über dreihundert Gäste kamen zur Wiedereröffnung mit einer neuen Dauerausstellung, Höhepunkt war die Enthüllung des internationalen Kunstprojektes Inside out Engels. Das Engels-Haus gehört zum Museum Industriekultur Wuppertal, zu dem auch das Museum für Frühindustrialisierung, der Manuelskotten, das Bandwebermuseum und der Kalktrichterofen am Eskesberg zählen.
Sie stehen vor dem Engels-Haus, einem Fachwerkhaus im Stil des bergischen Spätbarocks. Es wurde 1775 für den Textilunternehmer Johann Caspar Engels gebaut, den Urgroßvater des Philosophen Friedrich Engels. Heute ist hier ein Museum zu Leben und Werk von Friedrich Engels untergebracht.
Dieses Fachwerkhaus wurde 1775 gebaut, vor sehr langer Zeit. Friedrich Engels, der später Philosoph wurde, verbrachte hier seine Kindheit. Seine Familie besaß eine Firma, die Bänder und Litzen herstellte. In den Häusern nebenan wohnten und arbeiteten fast dreihundert Facharbeiter. Stell dir vor, so viele Menschen würden in deiner Straße zugleich arbeiten und wohnen. Heute ist im Haus ein Museum. Es war lange geschlossen und wurde saniert, im September 2021 ging es wieder auf. Was glaubst du, wie es ist, in so einem alten Haus aufzuwachsen?
Koordinaten: 51.2665, 7.19065 · auf der Karte