Stadtohr

Stadtrundgang Wuppertal · Station 3 von 15

Engels-Denkmal

2014 · engels, denkmal, china, kritik

Engels-Denkmal
Foto: Diskusfisch, CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ausführlich

Sie stehen vor dem Engels-Denkmal. Gehen Sie ruhig um die Statue herum, dann sehen Sie, wohin sie blickt: Engels steht mit dem Rücken zum Engels-Haus. Das ist Absicht. Man wollte den erwarteten und erhofften Touristen aus China ein Fotomotiv bieten, auf dem beide zugleich zu sehen sind. Dargestellt ist Friedrich Engels, 1820 bis 1895: Philosoph, Gesellschaftstheoretiker, Historiker, Journalist, kommunistischer Revolutionär und Textilunternehmer. Die Bronzestatue ist überlebensgroß, ein Werk des chinesischen Bildhauers Zeng Chenggang, der zugleich Direktor des chinesischen Skulptureninstituts ist. Zur Höhe gibt es zwei Angaben: 3,85 Meter und 3,95 Meter. Die Statue wiegt 868 Kilogramm. Sie steht auf einem etwa vierzig Zentimeter hohen Podest in Form eines Pyramidenstumpfes, aus Stahl und zwei Tonnen schwer. Vorn und hinten sind Inschriften angebracht, jeweils auf Deutsch und Chinesisch: vorn ein Zitat von Engels, hinten ein Text zur Erinnerung an die Übergabe. Engels erscheint als nachdenklicher, etwas in die Jahre gekommener Philosoph, in der sogenannten Denkerpose. Wie kam die Statue hierher? Sie ist ein Geschenk der Volksrepublik China an Wuppertal, die Geburtsstadt von Engels. Die Idee entstand am 28. November 2010, als eine chinesische Regierungsdelegation zum 190. Geburtstag von Engels das Engels-Haus besichtigte. Im Oktober 2011 besuchte Eberhard Illner, der Leiter des Historischen Zentrums, die Werkstätten des Bildhauers nahe Peking, und dort kristallisierte sich der endgültige Entwurf heraus. Am 18. November 2013 stimmte der Stadtrat über die Schenkung ab, die große Koalition aus CDU und SPD stimmte für die Annahme. Anfang Mai 2014 wurde die Statue aus China eingeflogen, am 11. Juni 2014 wurde sie vor rund 250 Gästen übergeben, darunter der Bildhauer, der Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland und der Oberbürgermeister Peter Jung. Unumstritten war das Geschenk nicht. Die Presse begleitete den Plan kritisch. Man hob hervor, Engels stehe nicht auf einem Sockel, sondern nur auf einem Podest: Man habe ihn sozusagen vom Sockel geholt. Ulrich Klan von der Armin-T.-Wegner-Gesellschaft und Hajo Jahn von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft lehnten die Annahme ab oder sahen sie sehr kritisch. Kritisiert wurde auch, dass Engels als älterer Mann gezeigt wird, obwohl er nur Kindheit und Jugend in Wuppertal verbrachte. Illner begründete es so: Marx und Engels gelten in China neben Konfuzius und Laotse als große weise Lehrer, und die Chinesen könnten sich solche Lehrer nur als alte Herren vorstellen. Bei der Enthüllung demonstrierte in der Nähe Amnesty International gegen Menschenrechtsverletzungen in der Volksrepublik China. Nur wenige Meter entfernt steht eine zweite Skulptur, die sich auf Engels bezieht. Sie ist die übernächste Station.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Engels-Denkmal im Engelsgarten in Barmen. Die Bronzestatue des Philosophen Friedrich Engels ist ein Geschenk der Volksrepublik China an Wuppertal. Der chinesische Bildhauer Zeng Chenggang schuf sie. Am 11. Juni 2014 wurde sie übergeben.

Für Kinder

Hier steht eine große Statue aus Bronze. Sie zeigt Friedrich Engels, der als Kind in Wuppertal lebte. Sie ist fast vier Meter hoch und wiegt 868 Kilogramm. Engels steht in der Denkerpose da und denkt nach. Ein Bildhauer aus China hat sie gemacht, als Geschenk für Wuppertal. Er zeigt Engels als älteren Mann, obwohl der hier nur als Kind und Jugendlicher lebte. Ein Mann vom Historischen Zentrum erklärte das so: In China stellt man sich weise Lehrer als alte Herren vor. Engels hat dem Engels-Haus den Rücken zugedreht. Kannst du das Haus finden?

Quellen

Koordinaten: 51.267006, 7.191918 · auf der Karte

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