Sie stehen vor dem Dom St. Kilian, der Bischofskirche des Bistums Würzburg. Mit seiner Doppelturmfassade ist er ein Hauptwerk deutscher Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser und das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands. Zur Länge muss ich Ihnen gleich zwei Zahlen nennen: Eine Quelle gibt im einen Abschnitt 105 Meter an, in der Maßtabelle 108 Meter von der Vorhalle bis zur Apsis. Es gibt also zwei Angaben, und ich bügle das nicht glatt. Die Türme sind 64 Meter hoch. Die heutige Kirche wurde ab 1040 von Bischof Bruno erbaut, und sie ist der dritte Dombau an dieser Stelle. Die beiden Vorgänger von etwa 787 und 855 waren durch Feuer ganz oder teilweise zerstört worden. Bruno starb 1045 bei einem Unfall, ohne seinen Bau zu sehen, Adalbero vollendete ihn 1075. Auch der Name des Hauses hat gewechselt, und das ist mehr als eine Formalie. Von 855 bis etwa 1000 war der Dom dem Salvator geweiht, von etwa 1000 bis 1967 dem Apostel Andreas, und erst seit dem 6. Mai 1967 trägt er das Patrozinium der Frankenmärtyrer Kilian, Kolonat und Totnan. Dieses Haus war über Jahrhunderte eine Baustelle. Im 17. Jahrhundert füllten sich die Altäre mit Tafelmalerei, unter anderem von Matthäus Merian dem Jüngeren und Joachim von Sandrart. Und jetzt der Satz, der alles davon betrifft: Fast all diese Altartafeln verbrannten im März 1945. Der Bombenangriff vom 16. März 1945 beschädigte den Dom schwer. Im Februar 1946, fast ein Jahr später, stürzten große Teile ein, insbesondere die Nordmauer. Wieder aufgebaut wurde er bis 1967 vom Diözesan- und Dombaumeister Hans Schädel. Dabei fiel eine Entscheidung, über die bis heute gestritten wird: Die barocke Substanz wurde zugunsten einer Re-Romanisierung zerstört. Man wollte den Dom wieder romanisch, also so wie im 11. Jahrhundert, und nahm dafür in Kauf, dass sechshundert Jahre spätere Geschichte verschwanden. So entstand eine umstrittene Kombination aus romanischen, modernen und barocken Elementen. Ein Werk von 1962 sollten Sie sich ansehen, bevor Sie hineingehen: die Hauptportal-Türen von Fritz Koenig, einem Bildhauer aus Würzburg, fünf Meter fünfzig hoch, mit einer Darstellung der biblischen Schöpfung. Er trennt das Wasser vom Land, bringt Fische, Vögel und den Menschen zum Leben und lässt Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis kosten. Drinnen stehen die Grabmäler für Rudolf von Scherenberg und Lorenz von Bibra von Tilman Riemenschneider, dazu im Mittelgang ein siebenarmiger Leuchter, eine Menora. Ein Detail zum Schluss, das man nicht erfindet: Vom 13. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurden die Würzburger Bischöfe dreigeteilt bestattet. Die Herzen kamen in das Kloster Ebrach, die Eingeweide in die Kapelle der Marienburg, die Körper hierher in den Dom.
Sie stehen vor dem Dom St. Kilian, der Bischofskirche des Bistums Würzburg. Die romanische Kirche wurde ab 1040 von Bischof Bruno erbaut und 1075 von seinem Nachfolger Adalbero vollendet. Mit rund 105 Metern Länge ist sie das viertgrößte romanische Kirchengebäude Deutschlands.
Das hier ist der Dom von Würzburg, die größte Kirche der Stadt. Er ist etwa so lang wie ein Fußballfeld. Gebaut wurde er ab dem Jahr 1040, also vor fast tausend Jahren. Es war schon der dritte Dom an dieser Stelle, denn die zwei Kirchen davor sind abgebrannt. Im Krieg wurde der Dom schwer getroffen, und fast ein Jahr danach fiel eine ganze Wand um. Schau dir die großen Türen am Eingang an. Sie sind aus Bronze und fünf Meter fünfzig hoch. Darauf entsteht die Welt: Wasser, Land, Fische, Vögel, Menschen. Welches Tier findest du zuerst?
Koordinaten: 49.793378, 9.932397 · auf der Karte