Sie stehen am Kiliansplatz, zwischen Dom und Neumünster, vor dem Kilianshaus. Darin liegt das Museum am Dom, kurz MAD, ein Kunstmuseum der Diözese Würzburg, eröffnet im März 2003 unter Bischof Paul-Werner Scheele. Das Haus wurde von 2001 bis 2003 generalsaniert und umgebaut, das Museum erstreckt sich über vier Etagen. Gleich die Einschränkung: Seit Mai 2026 wird das Kilianshaus saniert, das Museum ist geschlossen, 2028 soll es wiedereröffnen. Das Konzept, das bis 2026 galt, war eine Gegenüberstellung. Alte Kunst neben neuer Kunst, und zwar nicht nach Jahrhunderten getrennt, sondern zum selben Thema. Tilman Riemenschneider, Georg Anton Urlaub, Johann Peter Wagner und Johann Zick auf der einen Seite. Ernst Barlach, Joseph Beuys, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Wolfgang Mattheuer, Andy Warhol auf der anderen. Sieben Themenwelten, durch die man sich ohne Vorwissen bewegen konnte, dazu Themenhefte, die Charakterwalks hießen. Die Kunstwerke in der Eingangshalle verwiesen auf die menschliche Grundsituation zwischen Fall und Aufstieg, Licht und Dunkel, Hoffnung und Verzweiflung, Himmel und Erde. Die Dauerausstellung umfasst rund dreihundert Bilder und Plastiken aus dem 10. bis 21. Jahrhundert. Nun aber zu dem Boden, auf dem Sie stehen, denn der ist die eigentliche Geschichte dieser Station. Auf dem Platz zwischen Dom und Neumünster lag früher der Leichhof. Das war bis etwa Mitte des 16. Jahrhunderts der Domfriedhof für die Toten der Dompfarrei St. Kilian und der zum Neumünster gehörenden Häuser. Hier haben also jahrhundertelang Menschen gelegen, wo heute Besucher über den Platz gehen. Ebenfalls zwischen Dom und Neumünster stand ein Salhof. Dessen Brunnenschacht wurde im 13. Jahrhundert zu einer Latrine umfunktioniert. Und jetzt kommt der Punkt, an dem Archäologie mehr erzählt als jedes Gemälde. In dieser Abfallgrube wurden etliche Objekte gefunden, die über das Alltagsleben des Mittelalters Auskunft geben. Denken Sie das einen Moment durch. Von den Fürstbischöfen sind Schlösser übrig, Fresken, Grabdenkmäler. Von den gewöhnlichen Leuten, die hier im 13. Jahrhundert gewohnt haben, ist das übrig, was sie weggeworfen haben. Eine Latrine ist kein ehrenvolles Archiv, aber sie ist ein zuverlässiges. Niemand wirft etwas in eine Grube, um damit Eindruck zu machen. Deshalb steht in diesem Haus Kunst aus tausend Jahren, und unter dem Platz davor lag die Auskunft darüber, wie das Leben wirklich aussah. Wir gehen gleich in den Dom, und dort werden wieder Bischöfe und Baumeister die Hauptrolle spielen. Nehmen Sie diesen Gedanken mit hinein.
Sie stehen am Kiliansplatz, zwischen Dom und Neumünster, vor dem Kilianshaus. Darin eröffnete im März 2003 das Museum am Dom, ein Kunstmuseum der Diözese Würzburg. Es zeigt rund dreihundert Bilder und Plastiken vom 10. bis ins 21. Jahrhundert. Seit Mai 2026 wird das Haus saniert.
Hier zwischen zwei großen Kirchen steht ein Museum. Dort hängen alte und neue Kunstwerke nebeneinander. Spannend ist aber der Boden, auf dem du stehst. Hier war früher ein Friedhof. Und hier war ein alter Brunnen, den die Menschen später als Toilette benutzt haben. Als Forscher darin gegraben haben, fanden sie viele Sachen aus dem Mittelalter: zerbrochene Schüsseln, Reste, Müll. Genau dieser Müll verrät uns, wie die Menschen damals gelebt haben. Was würden Forscher aus deinem Mülleimer lernen?
Koordinaten: 49.7936, 9.93171 · auf der Karte