Stadtohr

Stadtrundgang Würzburg · Station 10 von 16

Alte Mainbrücke

1703 · brücke, main, statuen, hochwasser

Ausführlich

Sie stehen auf der Alten Mainbrücke. Drehen Sie sich einmal um die eigene Achse. Auf der einen Seite die Altstadt, aus der wir kommen, auf der anderen die Festung Marienberg auf ihrer Muschelkalkplatte, wo die Fürstbischöfe wohnten, bevor sie in die Residenz zogen. Und unter Ihnen der Main. Diese Brücke war bis 1886 der einzige Flussübergang der Stadt. Fast vierhundert Jahre lang ging jeder Transport, jeder Händler, jedes Heer über diese Steine. Eine erste romanische Steinbrücke stand hier schon um 1120, errichtet unter dem Dom- und Stadtbaumeister Enzelin, vorher gab es eine Fähre. Die alte Brücke hatte zwei Feinde. Das Hochwasser zerstörte sie 1342 und 1442 teilweise. Und die Holländerstämme nahmen sie über die Jahre mit, das waren Baumstämme, die schwimmend im Fluss transportiert wurden. Wie ernst das Wasser hier genommen wird, können Sie in der Altstadt nachlesen: Am rechten Türpfosten des Grafeneckart, das seit 1316 als Rathaus dient, sind die extremen Hochwasserstände markiert, darunter das Jahrtausendhochwasser am Magdalenentag, dem 21. Juli 1342. Nach fast dreihundertfünfzig Jahren Standzeit wurde die Brücke ersetzt. An der neuen alten Brücke baute man ab 1476. 1488 standen die Steinpfeiler aus Muschelkalk. Die Bögen dazwischen waren zunächst Holzkonstruktionen, auch aus Verteidigungsgründen. Ab 1512 wurden die Öffnungen mit Steingewölben geschlossen, und aus Geldmangel zog sich das bis 1703 hin. Fast zweihundert Jahre für die Bögen. Nun zu den Figuren, an denen Sie vorbeigehen. Zwölf Heiligenstatuen wurden ab 1728 und 1729 aufgestellt, rund viereinhalb Meter hoch, aus Sandstein, in Pfeilerkanzeln, mit dem Gesicht nach innen zur Fahrbahn. Zuerst sechs auf der Südseite, dann um 1730 sechs weitere auf der Nordseite unter Friedrich Carl von Schönborn. Bildhauer waren die Brüder Johann Sebastian und Volkmar Becker und ab 1730 der aus Paris stammende Hofbildhauer Claude Curé. Damit setzte Würzburg eine Tradition fort, die in Rom mit der Engelsbrücke begann und die Sie von der Prager Karlsbrücke kennen. Die verwitterten Figuren sind inzwischen durch Kopien ersetzt. Dann der 2. April 1945, gegen 16 Uhr 45. Deutsche Truppen sprengten den vierten und den fünften Bogen. Amerikanische Pioniere legten mit Stahlträgern eine Behelfsbrücke über den zerstörten Abschnitt. Von April bis Juli 1950 wurde die Brücke wieder aufgebaut. Seit Juni 1990 ist das Bauwerk für Kraftfahrzeuge gesperrt. Schauen Sie noch die Hänge hinauf: Die Lage, das Klima und der Boden machten Würzburg zu einem Weinbaugebiet, drei der fünfzehn größten deutschen Weingüter sitzen in dieser Stadt. Wikidata nennt als Jahr 1703, eine Quelle nennt 1476 als Baubeginn. Ich nenne Ihnen die ältere Angabe und sage dazu, dass es zwei gibt.

Kurzfassung

Sie stehen auf der Alten Mainbrücke, der ältesten Brücke über den Main in Würzburg. Gebaut wurde ab 1476, die Gewölbe waren erst 1703 geschlossen. Bis 1886 war sie der einzige Flussübergang der Stadt. Auf ihr stehen zwölf Heiligenfiguren aus dem 18. Jahrhundert.

Für Kinder

Du stehst auf einer sehr alten Brücke über den Fluss Main. Lange Zeit war sie die einzige Brücke in Würzburg. Wer auf die andere Seite wollte, musste hier herüber: die Händler, die Bauern, sogar die Soldaten. Vorher gab es nur ein Boot. Die dicken Pfeiler im Wasser waren nach zwölf Jahren fertig. Aber die Bögen dazwischen brauchten fast zweihundert Jahre, weil immer wieder das Geld fehlte. Schau dir die großen Figuren an. Es sind zwölf Heilige aus Stein, jede etwa viereinhalb Meter hoch. Zähl mal, wie viele du von hier aus sehen kannst.

Quellen

Koordinaten: 49.793027777, 9.926194444 · auf der Karte

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