Sie stehen vor dem Mainfranken Theater. Und hier muss ich Ihnen erzählen, was dieser Stadt passiert ist, denn ohne diese eine Nacht versteht man Würzburg nicht. Am 16. März 1945 flog ein großer Angriff auf Würzburg. Es entstand ein Feuersturm. Die Altstadt, die vorher mit herausragenden mitteleuropäischen Altstädten verglichen wurde, war danach weitgehend zerstört. Dieses Theater brannte an jenem Abend völlig aus. Beim Wiederaufbau der Stadt entschied man sich für einen Weg, den Sie heute an jeder Ecke sehen: Die bedeutenden Einzeldenkmäler, vor allem die meisten Kirchen der Altstadt, wurden rekonstruiert. Von den Bürgerhäusern nur wenige. Darum stehen in Würzburg mittelalterliche Kirchen zwischen Häusern der fünfziger und sechziger Jahre. Das Theater selbst war seit August 1944 wegen des Krieges geschlossen. Schon am 31. Oktober 1945, nach der Entnazifizierung der etwa fünfundvierzig Musiker, wurde erstmals wieder klassische Musik gespielt. Im August 1946 nahm die Würzburger Bühne den Spielbetrieb wieder auf, in der Turnhalle eines ehemaligen Lehrerseminars am Wittelsbacher Platz. Der Neubau, vor dem Sie stehen, wurde 1958 vom Stadtrat beschlossen, am 4. Dezember 1966 eröffnet und von dem Architekten Hans-Joachim Budeit entworfen. Er steht an der Stelle des früheren Würzburger Ludwigsbahnhofs. Gehen wir weiter zurück. Gegründet wurde das Theater von Julius Graf von Soden und am 3. August 1804 eröffnet, mit dem Schauspiel Stille Wasser sind tief von Friedrich Ludwig Schröder. Gespielt wurde im umgebauten Adligen Damenstift zur Heiligen Anna. 1814, einen Tag nachdem Würzburg endgültig an Bayern gefallen war, nannte man es Königlich privilegierte Schaubühne. 1843 kaufte die Stadt für 60.000 Gulden die Besitzrechte. In der Spielzeit 1833 und 1834 war hier ein Zwanzigjähriger angestellt, als Choreinstudierer und Leiter der Pantomime. Er hieß Richard Wagner, sein älterer Bruder Albert sang am Haus. In Würzburg entstand Wagners erste Bühnenkomposition, Die Hochzeit, die er nicht vollendete. Hier stellte er auch seine erste vollständige Oper fertig, Die Feen. 2002 gab seine Urenkelin Katharina Wagner an diesem Haus ihr Debüt als Opernregisseurin. Eine Sache gehört noch dazu. Am Abend des 19. November 1930 gastierte die hebräischsprachige Theatertruppe Habimah in Würzburg. Es kam zu antisemitischen Protesten und Ausschreitungen, organisiert vom Gauleiter von Unterfranken der NSDAP, Otto Hellmuth. Fünfzehn Jahre vor dem Feuersturm. Seit 2018 wird das Theater bei laufendem Betrieb saniert und erweitert. Das Kleine Haus mit dreihundertdreißig Plätzen eröffnete Ende 2023. Dann soll dieses Haus das sechste bayerische Staatstheater werden.
Sie stehen vor dem Mainfranken Theater. Gespielt wird hier Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert. Das Haus geht auf ein Stadttheater zurück, das am 3. August 1804 eröffnet wurde. Das heutige Gebäude wurde 1966 eröffnet und wird seit 2018 bei laufendem Spielbetrieb umgebaut.
Hier ist das Theater von Würzburg, für Oper, Schauspiel, Ballett und Konzerte. Als Richard Wagner zwanzig Jahre alt war, hat er hier gearbeitet. Dann kommt eine traurige Sache. Am 16. März 1945 war Krieg. An diesem Abend wurde Würzburg bombardiert, und ein riesiges Feuer zerstörte fast die ganze Altstadt. Auch das Theater brannte ab. Danach spielten die Schauspieler in einer Turnhalle. Stell dir vor, du siehst eine Oper in deiner Sporthalle. Siehst du alte und neue Häuser nebeneinander, wenn du dich umdrehst?
Koordinaten: 49.795, 9.93667 · auf der Karte