Sie stehen vor der Synagoge Worms, am Rand der Judengasse, wo sich die Straße zum Synagogenplatz erweitert. Die Synagoge war der Mittelpunkt des jüdischen Viertels. Zum Ensemble gehören Männer- und Frauensynagoge, das Talmud-Lehrhaus, die Mikwe und der Synagogengarten. Eine jüdische Gemeinde entstand in Worms wahrscheinlich im 10. Jahrhundert. Sie war eine der größten und angesehensten im Heiligen Römischen Reich und hatte bis zu 300 Mitglieder. 1034 finanzierten Jakob ben David und seine Frau Rahel die erste nachweisbare Synagoge. Das hält eine Stifterinschrift aus dem 12. Jahrhundert fest, die neben dem Eingang zur Männersynagoge eingemauert ist. Suchen Sie sie. Dieses erste Haus wurde bei den Judenverfolgungen 1096 und 1146 beschädigt. 1174/75 folgte ein Neubau im romanischen Stil der Wormser Dombauhütte: die Männersynagoge. Sie ist zweischiffig gewölbt, mit zwei hohen Säulen, die reich verzierte Kapitelle tragen. Die Bima, das Lesepult für die Tora, steht zwischen den Säulen. Es ist der älteste nachweisbare Bau dieses Typs, der im Mittelalter in ganz Europa zum Standard wurde. 1185/86 wurde die unterirdische Mikwe, das Ritualbad, angelegt. 1212/13 baute die Gemeinde die erste bekannte Frauensynagoge. Eine Mauer mit einer Tür und fünf Hörschlitzen trennte sie vom Männerbau. Zur Zeit des Schwarzen Todes 1349 wurde die Synagoge stark beschädigt. Beim Wiederaufbau nach 1355 wählte man gotische Formen für Fenster und Gewölbe. Beim Pogrom von 1615 wurde die Talmud-Schule zerstört, Gewölbe und Wände der Synagoge wurden schwer beschädigt. 1616 bis 1620 erfolgte der letzte Ausbau. Der Stadtbrand von 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg richtete erneut schwere Schäden an, um 1700 war alles wiederhergestellt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt und brannte vollständig aus. Die Mauerreste brachte man mit Öldruckpressen zum Einsturz. Aus den Ruinen barg Friedrich Maria Illert einzelne Bauteile, insgesamt sind 39 Bauinschriften des Gebäudes bekannt. Der Wiederaufbau begann 1956/57 und erfolgte weitgehend als Rekonstruktion. Neu ist das Walmdach. Der Mainzer Rabbiner untersagte senkrechte Sprossen in den Fenstern, damit sich keine Sprossen kreuzen und kein christliches Symbol entsteht. Am 3. Dezember 1961 wurde die Synagoge neu übergeben. In der Nacht zum 17. Mai 2010 wurde ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt. Die Feuerwehr löschte die Feuer schnell. Seit 2021 sind Synagoge und Heiliger Sand Teil des UNESCO-Welterbes.
Sie stehen vor der Synagoge Worms. Sie geht auf ein 1034 gestiftetes Gebetshaus zurück und wurde seitdem mehrfach zerstört und neu aufgebaut. Der Wiederaufbau nach 1938 folgte weitgehend den alten Formen, am 3. Dezember 1961 wurde sie neu übergeben. Seit 2021 gehört sie zum UNESCO-Welterbe.
Du stehst vor der Synagoge von Worms. 1034 stifteten Jakob ben David und seine Frau Rahel das erste Gebetshaus. Danach wurde es mehrmals zerstört. 1938 brannte es in der Nacht vom 9. auf den 10. November vollständig aus. Nach dem Krieg wurde es wieder aufgebaut und 1961 neu übergeben. In der Männersynagoge tragen zwei Säulen das Gewölbe. Für die Frauen wurde 1212/13 ein eigener Raum gebaut, und eine Mauer mit fünf kleinen Hörschlitzen trennte ihn von den Männern. Stell dir vor, du müsstest durch fünf kleine Schlitze zuhören. Wie wäre das?
Koordinaten: 49.6336, 8.36634 · auf der Karte