Sie stehen am Raschi-Haus, einem historischen Gebäude des Judenviertels im Süden des Synagogenbezirks. In seiner etwa 800-jährigen Geschichte diente es als Talmudschule, Spital, Tanz- und Hochzeitshaus, Rabbinerwohnung und Altersheim. Die mittelalterlichen Teile stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die Talmudschule hier nennt man nach ihrem Lehrer, Rabbi Schelomo ben Jizchaki, der von 1040 bis 1105 lebte, Raschi-Lehrhaus. Sie galt als eine der bedeutendsten Deutschlands. Im 15. Jahrhundert hieß das Haus Tanzhaus und Spital, später Zur Klause. Die Kellergewölbe wurden wahrscheinlich als Weinkeller genutzt. Was 1689 mit dem Tanzhaus geschah, als Truppen König Ludwigs XIV. die Stadt zerstörten, ist nicht bekannt. Man darf annehmen, dass es wie die ganze Judengasse abbrannte. Im 18. Jahrhundert gab es hier die Klaus-Synagoge, in der bis zum Bau der Levy’schen Synagoge 1875 die Werktagsgottesdienste stattfanden. Der Rabbiner wohnte hier und erteilte privaten Talmud-Unterricht. Im 19. und 20. Jahrhundert war das Haus das Altersheim der Gemeinde. Zusammen mit der Synagoge, dem Gemeindehaus Zur Sonne und der Levy’schen Synagoge bildete es den Mittelpunkt der Israelitischen Kultusgemeinde Worms. Das blieb so bis zur Pogromnacht. Am Morgen des 10. November 1938 brannte die Alte Synagoge nieder, Gemeindehaus und Levy’sche Synagoge wurden verwüstet. Das Raschi-Haus wurde zum Judenhaus, bis 1942 eine Zwischenstation für aus ihren Wohnungen vertriebene Juden auf dem Weg in die Vernichtungslager. Von hier wurden 1942 die letzten Wormser Juden deportiert. Nach schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg drohte das Gebäude einzustürzen und wurde 1971 abgetragen. Erhalten blieben die Gewölbe und Teile des Erdgeschosses. Diese Bausubstanz reicht teilweise bis in die Römerzeit zurück. Der Verein Raschi-Lehrhaus Worms setzt sich seit 1968 für den Wiederaufbau ein. Von 1980 bis 1982 wurde das Haus in etwa der alten Größe wiederaufgebaut. Wikidata nennt 1982, eine Quelle nennt die mittelalterlichen Teile aus dem 14. Jahrhundert. Ich nenne beides. Und ein zweiter Hinweis: Der Name Raschi-Lehrhaus fällt in den Artikeln an zwei Stellen. Hier meint er die Talmudschule des Raschi-Hauses. Im Quelle über die Synagoge steht er für einen Bau, der 1623/24 an die Westwand der Männersynagoge angebaut wurde. Wie beides zusammenhängt, sagen die Quellen nicht.
Sie stehen am Raschi-Haus im Süden des Synagogenbezirks. Seine mittelalterlichen Gebäudeteile stammen aus dem 14. Jahrhundert. Es war Talmudschule, Spital, Tanz- und Hochzeitshaus, Rabbinerwohnung und Altersheim. Heute beherbergt es das Stadtarchiv Worms und das Jüdische Museum Worms.
Du stehst vor dem Raschi-Haus. Es ist ein sehr altes Haus im früheren Judenviertel. Seine ältesten Teile sind aus dem 14. Jahrhundert. Das Haus hatte viele Aufgaben: Es war eine Schule für Gelehrte, ein Spital, ein Haus zum Tanzen und Feiern von Hochzeiten und ein Altersheim. Im Zweiten Weltkrieg wurde es so stark beschädigt, dass es 1971 abgetragen wurde. Von 1980 bis 1982 wurde es wieder aufgebaut. Heute ist ein Museum darin, und im Haus liegt das Archiv der Stadt. Was glaubst du: Warum baut man ein altes Haus wieder auf?
Koordinaten: 49.63336944, 8.36628333 · auf der Karte