Stadtohr

Stadtrundgang Worms · Station 11 von 16

Jüdisches Museum Worms

1982 · museum, judentum, schum, welterbe

Ausführlich

Sie stehen weiter am Raschi-Haus, jetzt geht es um das Museum darin. Das Jüdische Museum Worms befasst sich mit der Geschichte der Juden in Worms und den anderen SchUM-Städten, Träger ist die Stadt. Es hat eine Vorgängerin. Seit bald nach 1900 wurden Judaica in der sogenannten Raschi-Kapelle an der Synagoge gezeigt. 1912 gründete der Vorstand der Jüdischen Gemeinde eine Kommission für ein kleines Museum, der Erste Weltkrieg verhinderte es. Erst 1924 setzte Isidor Kiefer die Planung um. Er dokumentierte die Sammlung und nahm die Dokumentation mit, als er 1933 emigrierte. So blieb sie erhalten. Die Sammlung selbst wurde im Novemberpogrom 1938 weitgehend zerstört. Das heutige Museum entstand 1982 beim Neubau des Raschi-Hauses. 2020 wurde die Dauerausstellung geschlossen und in denselben Räumen neu gestaltet, weil sich die SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz um den Welterbe-Titel bewarben. Sie erhielten ihn ein Jahr später. Die Ausstellung zeigt auf 158 Quadratmetern in vier Räumen fast 1000 Jahre Geschichte. Das Eingangstor ist einer stark vergrößerten Schmuckseite des Wormser Machsor entnommen. Im Erdgeschoss geht es um das Welterbe SchUM, das frühere jüdische Museum, die Synagoge, Frauen, die Mikwe und die Shoah. Dazu gibt es Modelle: die Wormser Synagoge um 1620, eine jüdische Familie am Sederabend, eine Hochzeit im 18. Jahrhundert und das Laubhüttenfest. Im Keller liegen teils mittelalterliche Gewölbe mit baulichen Resten des ursprünglichen Gemeindehauses. Dort steht die Figur des Golem, dessen älteste erhaltene Belege aus Worms stammen. Dort steht auch ein Silberpokal der Chewra Kadischa, der Beerdigungsbruderschaft, von 1609, in Frankenthal gefertigt. Er ist 29 Zentimeter hoch und das älteste noch erhaltene Kultgerät der Wormser Gemeinde, das man kennt. Eine Station präsentiert Nachrichten aus den SchUM-Städten ab 1104, präsentiert von Petra Gerster. Seit der Aufnahme der SchUM-Städte ins Welterbe erfüllt das Museum auch die Funktion eines Besucherzentrums, zumindest bis das geplante Welterbe-Informationszentrum errichtet ist.

Kurzfassung

Sie stehen am Jüdischen Museum Worms im Raschi-Haus. Es befasst sich mit der Geschichte der Juden in Worms und den anderen SchUM-Städten. Die Dauerausstellung zeigt auf 158 Quadratmetern in vier Räumen fast 1000 Jahre Geschichte. Träger ist die Stadt Worms.

Für Kinder

Du stehst am Jüdischen Museum von Worms. Es zeigt fast 1000 Jahre Geschichte der Juden in der Stadt. Zu sehen sind Modelle, zum Beispiel von einer jüdischen Familie am Sederabend und vom Laubhüttenfest. Im Keller steht ein silberner Pokal von 1609. Er ist 29 Zentimeter hoch und das älteste noch erhaltene Kultgerät der Wormser Gemeinde. Dort steht auch die Figur des Golem. Die ältesten erhaltenen Belege über den Golem stammen aus Worms. Wie hoch sind 29 Zentimeter? Halte deine Hände so weit auseinander.

Quellen

Koordinaten: 49.63336944, 8.36628333 · auf der Karte

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL. Routing: Valhalla auf OSM-Daten. Objektdaten: Wikidata (CC0). Fotos: Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz je Bild.