Sie stehen vor der Kirche St. Paulus. Sie war bis 1802 die Kirche des gleichnamigen Stifts und von 1929 bis 2024 Klosterkirche des Dominikanerklosters. Schauen Sie zuerst auf die beiden Rundtürme. Sie wurden noch vor 1110 fertiggestellt, unmittelbar nach dem Ersten Kreuzzug, und tragen steinerne Kuppeldächer im byzantinischen Stil, vielleicht nach dem Modell der Jerusalemer Grabeskirche. Drei ähnliche Kirchtürme in Rheinhessen nennt man Heidentürme. Das Westwerk, das sie überragen, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Geschichte beginnt mit einer Burg. In spätrömischer Zeit stand hier ein Teil des letzten römischen Kastells, im Hochmittelalter die Burg der Saliergrafen. Am 3. Oktober 1002 schenkte König Heinrich II. dem Bistum Worms den Besitz des Herzogs Otto, darunter die Salierburg. Bischof Burchard richtete hier Kirche und Stift St. Paulus ein. Die Arbeiten begannen laut Burchards Lebensbeschreibung unmittelbar nach der Räumung der Burg. Die erste Kirche war eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, etwa 40 Meter lang, ohne Querschiff. Um 1190 wurde der Ostchor erneuert, den Sie noch sehen. Seine Apsis kopiert, vereinfacht und kleiner, die des Fritzlarer Doms, der ebenfalls von Wormser Bauleuten errichtet wurde. 1689 wurde die Kirche im Pfälzischen Erbfolgekrieg so schwer zerstört, dass man die Ruine des Kirchenschiffs abtrug und durch eine barocke Saalkirche ersetzte. Sie wurde am 7. November 1717 geweiht. Dann wechselte die Nutzung. Nach der Besetzung von Worms im Ersten Koalitionskrieg wurde die Kirche zu einem Mehllager umgebaut. 1802 hoben die Franzosen das Stift auf, 1806 diente die Kirche als Heulager, später als Tabak- und Holzlager. Von 1881 bis 1926 war die Kirche das Paulusmuseum, mit der Sammlung des Altertumsvereins. In den 1920er Jahren wählte der Dominikanerorden St. Paulus für eine neue Niederlassung. Am 21. Februar 1945 wurde die Kirche bei einem Luftangriff stark beschädigt, am 8. Dezember 1947 wurde sie neu geweiht. Zum Schluss ein Blick aufs Portal: Die Bronzetüren des Westportals sind verkleinerte Kopien der Bernwardstür des Hildesheimer Doms von 1015. Lorenz Gedon schuf die ersten Kopien 1881, noch aus Gusseisen. Nach 120 Jahren waren sie in schlechtem Zustand, 2007 wurde das Portal in Bronze erneuert. 2024 wurde das Dominikanerkloster aufgelöst.
Sie stehen vor der Kirche St. Paulus. Sie war bis 1802 die Kirche des gleichnamigen Stifts und von 1929 bis 2024 Klosterkirche der Dominikaner. Auffällig sind die beiden Rundtürme mit steinernen Kuppeldächern im byzantinischen Stil, fertiggestellt noch vor 1110.
Du stehst vor der Kirche St. Paulus. Schau dir die beiden runden Türme an. Sie tragen Dächer aus Stein, die wie Kuppeln aussehen, und sie waren schon vor 1110 fertig. Die Kirche hatte viele Aufgaben. Erst gehörte sie zu einem Stift. Dann wurde sie ein Lager für Mehl, später für Heu, Tabak und Holz. Von 1881 bis 1926 war ein Museum darin. Danach zogen Dominikanermönche ein, bis 2024. Hier stand früher eine Burg der Salier. Hast du schon mal eine Kirche gesehen, in der Mehl lag?
Koordinaten: 49.6307, 8.36558 · auf der Karte