Sie stehen am Rathaus am Marktplatz im Zentrum der Altstadt. Es besteht aus mehreren Bauteilen verschiedener Epochen, und seine Geschichte ist ein Streit mit dem Bischof. Zwischen 1223 und 1230 kaufte der Stadtrat den steinernen Wohnturm Zum Zöllner in der heutigen Hagenstraße und richtete ihn für 2000 Mark her. Damit entzog sich der Rat auch räumlich der Macht des Stadtherrn, des Bischofs. Als der Konflikt 1232/33 ausgetragen wurde, endete er mit dem Abriss des Gebäudes. Der Rat tagte wie zuvor unter Aufsicht des Bischofs in dessen Stadtresidenz, dem Bischofshof. 1265 baute die Stadt auf einem Teil des Geländes den Bürgerhof, ein Zeughaus für die Waffen der Bürgerwehr. Erst Anfang des 15. Jahrhunderts verlagerten sich die Ratssitzungen dorthin. Rechtsakte, Wahlen und Eidesleistungen fanden aber weiter im Bischofshof statt. 1495 nennt der Bürgermeister Reinhart Noltz den Bürgerhof ausdrücklich Rathaus. Dazu kam das Haus zur Münze, ein Komplex aus drei Gebäuden, ab 1491 ganz im Besitz der Stadt: Münze, Gericht und Backhaus. Er wurde zunehmend zum Rathaus umgestaltet und, als Machtdemonstration gegenüber dem Bischof, prächtig bemalt. Ein Gedicht zur Kaiserverehrung und eine Inschrift zur Stadtfreiheit wiesen den Bischof in die Schranken, dazu gab es Darstellungen von Kriemhild, Siegfried und zwei Riesen. 1689 zerstörten Truppen König Ludwigs XIV. die Münze und beschädigten den Bürgerhof schwer. Man reparierte nur den Bürgerhof, und der blieb knapp 200 Jahre das Rathaus. Dann kam der Aufschwung durch die Eisenbahn. Oberbürgermeister Wilhelm Küchler und der Industrielle Cornelius Wilhelm von Heyl zu Herrnsheim verschafften der Stadt ein modernes Rathaus. 1883 erhielt Gabriel von Seidl den Auftrag, im April 1885 wurde es eingeweiht. Zwanzig Jahre später wurde eine Erweiterung nötig. Die Familie von Heyl stiftete das Veranstaltungsgebäude Cornelianum mit dem Nibelungensaal, Architekt war Theodor Fischer. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex ausgebombt. Bis 1955 baute man die Flügel von Fischer und Seidl in vereinfachten Formen wieder auf, dazu kam ein großer Neubau in den Formen der 1950er Jahre. Am 29. Juni 1957 wurde der Grundstein gelegt, am 29. November 1958 war die Einweihung. Schauen Sie auf die Hauptfassade: Das Erdgeschoss steht zum Marktplatz hin auf Pfeilern, und der Rathausturm trägt eine astronomische Uhr und ein Glockenspiel. Der Bauverantwortliche der Stadt, Walter Köhler, war schon unter dem NS-Regime in dieser Funktion tätig. Er griff auf seine Planung von 1941 zurück, mit der er Gebäude für die NSDAP errichten wollte.
Sie stehen am Rathaus von Worms am Marktplatz im Zentrum der Altstadt. Es besteht aus mehreren Bauteilen aus unterschiedlichen Epochen. Das heutige Hauptgebäude wurde am 29. November 1958 eingeweiht. Sein Turm trägt eine astronomische Uhr und ein Glockenspiel.
Du stehst vor dem Rathaus von Worms. Es besteht aus Teilen aus verschiedenen Zeiten. Früher stritt die Stadt mit dem Bischof darüber, wer zu bestimmen hat. Ein Gebäude, das zum Rathaus umgebaut wurde, das Haus zur Münze, ließ die Stadt prächtig bemalen. Darauf waren Kriemhild, Siegfried und zwei Riesen zu sehen. Das war eine Machtdemonstration gegenüber dem Bischof. 1689 wurde es zerstört. Das heutige Rathaus wurde 1958 eingeweiht. An seinem Turm gibt es eine astronomische Uhr und ein Glockenspiel. Wie klingt wohl ein Glockenspiel?
Koordinaten: 49.630085, 8.362916 · auf der Karte