Sie stehen vor der Dreifaltigkeitskirche, der größten protestantischen Kirche in Worms. Ihr vollständiger Name lautet Reformations-Gedächtnis-Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit. Bis zur Stadtzerstörung 1689 nutzten die Lutheraner das Kirchenschiff der Dominikanerkirche als Hauptkirche. Dann brannten Kloster und Kirche aus. Erst mehr als zehn Jahre nach der Zerstörung begann der Wiederaufbau der Stadt, und die lutherische Gemeinde sollte eine eigene Hauptkirche bekommen. Es dauerte, bis genug Geld beisammen war, 1708 fiel der Baubeschluss. Am 31. Juli 1709 wurde der Grundstein gelegt, am Ort des 1689 zerstörten Hauses zur Münze. Die Wahl des Platzes beruhte auf einem Irrtum: Man nahm an, Luther habe 1521 auf dem Reichstag im Haus zur Münze vor Kaiser Karl V. gestanden. Tatsächlich geschah das im Bischofshof, wenige hundert Meter entfernt. Architekt war der kurpfälzische Capitain-Ingenieur Villiancourt. Als Vorbild für die Innengestaltung diente die Katharinenkirche in Frankfurt am Main, die der Wormser Magistrat im Exil ab 1689 kennengelernt hatte. Am 31. Juli 1725 wurde die Kirche eingeweiht. Schauen Sie auf den Turm: 58 Meter hoch, über der Glockenstube eine umlaufende Galerie, darüber ein achteckiger Turm mit der Turmuhr und eine doppelte Haube mit dem Glockenspiel. Neben dem Turm tragen Postamente Reliefs der zwölf Apostel von Daniel Hader. Das Innere ist ein einschiffiger Saal, 41 Meter lang, 20 Meter breit und 17 Meter hoch. Die barocke Kirche hatte zwei umlaufende Emporen, bemalt von Johann Martin Seekatz mit je 38 Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Sie fasste 3000 Besucher, in etwa die gesamte lutherische Einwohnerschaft der Stadt. Die Decke imitierte ein gotisches Kreuzrippengewölbe aus Holz, um ein Alter vorzutäuschen, das die Kirche gar nicht hatte. Am 21. Februar 1945 wurde sie bei einem britischen Luftangriff weitgehend zerstört. Von der Ausstattung überstand nur die zweiflügelige, fein geschnitzte Eingangstür, sonst blieben Umfassungsmauern und Turm. Den Wiederaufbau in modernen Formen nach Plänen von Otto Bartning und Otto Dörzbach beschloss man im Dezember 1954. Die äußere Gestalt wurde wiederhergestellt, innen verzichtete man auf die große Emporenanlage. Heute fasst die Kirche nur noch 1150 Besucher. Am 30. Oktober 1959 wurde sie wieder eingeweiht. 1995 löste sich im Turmbereich ein Stein und stürzte auf den Marktplatz. Die Folge war eine rund zehnjährige Sanierung.
Sie stehen vor der Dreifaltigkeitskirche am Marktplatz, der größten protestantischen Kirche in Worms. Der barocke Saalbau wurde am 31. Juli 1725 eingeweiht. Er entstand als Hauptkirche der Lutheraner, nachdem 1689 ihre bisherige Kirche ausgebrannt war. Der Turm ist 58 Meter hoch.
Du stehst vor der Dreifaltigkeitskirche, der größten evangelischen Kirche in Worms. Der Turm vor dir ist 58 Meter hoch. Eingeweiht wurde die Kirche 1725. Die Leute bauten sie an dieser Stelle, weil sie glaubten, Martin Luther habe hier 1521 vor dem Kaiser gestanden. Das war ein Irrtum. Es geschah im Bischofshof. 1945 wurde die Kirche bei einem Luftangriff fast ganz zerstört. Nur die Mauern, der Turm und die Eingangstür blieben. Früher passten 3000 Menschen hinein, heute 1150. Warum wohl? Die großen Emporen gibt es nicht mehr.
Koordinaten: 49.6301, 8.36168 · auf der Karte