Sie stehen am Siegfriedbrunnen, an der Einmündung der Hagenstraße auf den Marktplatz, direkt vor dem Haus zur Münze. An etwa gleicher Stelle stand vorher der Gerechtigkeitsbrunnen. Schauen Sie hinauf: Auf dem höchsten Punkt eines siebeneckigen Kuppelbaus aus Muschelkalk steht Siegfried der Drachentöter mit seinem Schwert. Das Bauwerk enthält Elemente, die der Romanik nachempfunden sind. Die erste Idee zu einem Nibelungenbrunnen südlich der Dreifaltigkeitskirche hatte 1895 der Wormser Industrielle und Mäzen Cornelius Wilhelm Heyl. Der Stadtbaumeister Karl Hofmann griff sie auf und entwickelte einen Entwurf, doch der Rat nahm ihn nicht an. Die heutige Form schuf 1913 der Münchner Bildhauer Adolf von Hildebrand. Heyl und seine Frau Sophie stifteten das Geld. Der fertige Brunnen wurde wegen der Wirren des Ersten Weltkriegs erst 1921 aufgestellt, vor dem damaligen Cornelianum. Das Cornelianum kennen Sie vom Rathaus. Es wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, später ganz abgetragen und durch das Haus zur Münze ersetzt. Der Brunnen blieb unversehrt an seinem Platz. Er steht unter Denkmalschutz und gilt als Kulturdenkmal nach dem rheinland-pfälzischen Denkmalschutzgesetz. Skizzen und Pläne Hildebrands zum Brunnen liegen beim Architekturmuseum der Technischen Universität München. Im selben Zusammenhang steht das Hagendenkmal, das wenige Jahre früher entstand, an Hagen von Tronje erinnert und heute am Wormser Rheinufer steht. Damit schließt sich der Kreis. Wir begannen oben am Dom, gingen durch die Judengasse mit Synagoge, Raschi-Haus und Museum, trafen Luther auf seinem Denkmal und sahen, wie die Stadt gegen den Bischof ihr Rathaus baute. Auch die Familie Heyl begegnete uns mehrfach: am Heylshof, am Rathaus und hier am Brunnen. Und die Sage, die dieser Brunnen erzählt, begegnete uns schon am Rathaus, wo das Haus zur Münze mit Kriemhild und Siegfried bemalt war. Hier endet unser Rundgang durch Worms.
Sie stehen am Siegfriedbrunnen am Marktplatz, an der Einmündung der Hagenstraße. Der Münchner Bildhauer Adolf von Hildebrand schuf ihn 1913. Auf dem siebeneckigen Kuppelbau aus Muschelkalk steht Siegfried der Drachentöter mit seinem Schwert. Aufgestellt wurde der Brunnen erst 1921.
Du stehst vor dem Siegfriedbrunnen. Oben auf dem Brunnen steht Siegfried der Drachentöter, mit seinem Schwert. Der Brunnen besteht aus Muschelkalk und hat sieben Ecken. Ein Bildhauer aus München hat ihn 1913 geschaffen. Aufgestellt wurde er aber erst 1921, weil der Erste Weltkrieg dazwischenkam. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude beschädigt, vor dem er stand. Der Brunnen blieb unversehrt. Zähle die Ecken des Brunnens. Sind es wirklich sieben?
Koordinaten: 49.629828, 8.361256 · auf der Karte