Stadtohr

Stadtrundgang Wismar · Station 8 von 16

Georgenkirche

um 1295 · backsteingotik, wiederaufbau, kirche, bauphasen

Ausführlich

Sie stehen vor der Georgenkirche. Eine Quelle nennt sie das Wunder von Wismar. Sie ist die jüngste der drei großen gotischen Kirchen der Altstadt und nach Baumasse die größte. Sankt Georgen war das Gotteshaus der Landesherren und der Handwerker. Die Pfarrkirche der Neustadt gehörte zur zweiten Phase der Stadtgründung, die bis 1250 abgeschlossen war. Wann sie gegründet wurde, ist nicht überliefert. Die erste Georgenkirche an ihrem heutigen Ort wird 1269 erwähnt. Die Einleitung nennt um 1295 als Baubeginn, die Baugeschichte das erste Viertel des 14. Jahrhunderts für den Neubau als Basilika. Ich nenne die ältere Angabe, um 1295, und sage dazu, dass es zwei gibt. Um 1340 begannen die Arbeiten, den neuen Chor einzuwölben, denn die Hölzer des Dachstuhls lassen sich auf dieses Jahr datieren. Eine Inschrift von 1404 an der Nordwand der Turmhalle markiert den Beginn der dritten Bauphase, Turm und Schiffe. Die Arbeiten waren langwierig, vielleicht ruhten sie zwischen etwa 1410 und 1445. Vor 1487 wurden die Bauarbeiten eingestellt. Der alte Chor war schmaler und niedriger als das neue Langhaus. Man schloss die Lücke mit einer Fachwerkwand, die erst nach 1877 durch einen Chorbogen aus Backstein ersetzt wurde. Nach Friedrich Schlie zeigt die Jahreszahl 1594 an der Ostwand, dass man damals den Gedanken an eine Vollendung aufgab. Im selben Jahr wurde der Westturm fertig. Schlie sah in der Kirche ein Wahrzeichen für Aufstieg und Niedergang der Stadt im Mittelalter. Dann der 14. und 15. April 1945. Bei einem Luftangriff der britischen Royal Air Force trafen zwei Luftminen die Kirche. Das Turmmassiv brannte völlig, Gewölbe und Dächer stürzten ein, die Orgel im Turm verbrannte. Die Umfassungsmauern blieben stehen. Danach verfiel der Bau. Ein Dachstuhl aus den 1950er Jahren wurde nie eingedeckt und brach zusammen. Am 25. Januar 1990 riss der Orkan Daria den Giebel des nördlichen Querhauses herunter, er durchschlug zwei gegenüberliegende Häuser. Es war die Zeit der Friedlichen Revolution. Von westdeutscher Seite kam rasche Unterstützung, örtliche Betriebe nahmen sich der Aufgabe an. Der Wiederaufbau kostete bis 2017 43 Millionen Euro, davon 15 Millionen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Für sie war Sankt Georgen das erste und größte Hilfsprojekt in den östlichen Bundesländern. Am 8. Mai 2010 gab es einen Festakt zum vorläufigen Abschluss der Arbeiten, und seit Mai 2014 gibt es eine Aussichtsplattform auf dem Turm.

Kurzfassung

Sie stehen vor der Georgenkirche, der größten der drei gotischen Hauptkirchen Wismars. Begonnen wurde sie um 1295. Im April 1945 wurde sie bei einem Luftangriff schwer beschädigt. Bis 2010 wurde sie in wesentlichen Teilen wieder aufgebaut. Das kostete bis 2017 43 Millionen Euro.

Für Kinder

Du stehst vor der größten der drei großen Kirchen von Wismar. Der Bau dauerte sehr lange. Der Turm wurde erst 1594 fertig. Im April 1945 trafen zwei schwere Bomben aus Flugzeugen die Kirche. Der Turm brannte, Dächer und Gewölbe stürzten ein. Danach verfiel die Kirche viele Jahre. Im Januar 1990 riss ein Orkan einen Giebel herunter. Da haben viele Menschen geholfen, die Kirche wieder aufzubauen. Das kostete 43 Millionen Euro. Seit 2014 gibt es oben auf dem Turm eine Aussichtsplattform. Wie weit, glaubst du, kannst du von dort sehen?

Quellen

Koordinaten: 53.8908, 11.4606 · auf der Karte

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