Stadtohr

Stadtrundgang Wiesbaden · Station 3 von 15

St. Bonifatius

1849 · kirche, neugotik, katholisch, einsturz

Eine neugotische Kirche aus rotem Stein mit zwei sehr hohen, schlanken Türmen. Zwischen den Türmen steht ein Giebel mit Uhr, darunter öffnet sich eine Vorhalle mit drei Bögen. Links davor steht ein Obelisk auf einem gestuften Sockel. Davor liegen eine Rasenfläche mit Hecke und Bäume.
Foto: TMg, CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Was Sie vor sich sehen

Eine neugotische Kirche aus rotem Stein mit zwei sehr hohen, schlanken Türmen. Zwischen den Türmen steht ein Giebel mit Uhr, darunter öffnet sich eine Vorhalle mit drei Bögen. Links davor steht ein Obelisk auf einem gestuften Sockel. Davor liegen eine Rasenfläche mit Hecke und Bäume.

Ausführlich

Sie stehen am Luisenplatz vor St. Bonifatius, der Hauptkirche der Katholiken in Wiesbaden. Eine Kirche an dieser Stelle gab es schon einmal. Die katholische Gemeinde hatte erst 1800 wieder eine Pfarrei bekommen und zunächst nur ein Bethaus im Hof eines Gasthauses. Als es zu klein wurde, übergab Herzog Wilhelm der Gemeinde das Grundstück am Luisenplatz. Friedrich Ludwig Schrumpf baute dort von 1829 bis 1831 einen klassizistischen Zentralbau mit Säulenportikus und zwei Türmen. Am 11. Februar 1831, kurz vor der Vollendung, stürzte er ein. Vermutlich war die Gründung zu schwach auf dem Boden, den einst Teiche bedeckten. 1843 erhielt der junge Baumeister Philipp Hoffmann den Auftrag für einen Neubau. Der Kostenvoranschlag lag bei 137.000 Gulden, zur Verfügung standen 53.000. Der Pfarrer sammelte Spenden, unter anderem bei einem Militärkonzert im Kurpark. Hoffmann verband romanische und gotische Formen zu dem, was man gotisierenden Rundbogenstil nennt. Schauen Sie auf die großen Fenster. Sie wirken gotisch, schließen aber oben nicht spitz, sondern rund. Die Grundsteinlegung war am 5. Juni 1845, dem Tag des heiligen Bonifatius. Am 19. Juni 1849 weihte der Limburger Bischof Peter Josef Blum den Innenraum. Wegen anhaltenden Geldmangels dauerte der Rest länger. Die Fassade wurde erst 1856 vollendet, die beiden 68 Meter hohen Türme noch später. Zum Jahr gibt es zwei Angaben: 1866 oder 1863/64. Schauen Sie hinauf zu den Turmhelmen. Sie sind offen wie Gitter, nach dem Vorbild des Freiburger Münsters. Mit diesen Türmen konkurriert die Kirche mit der evangelischen Marktkirche, die 1862 fertig wurde. Zu ihr kommen wir noch. Zu ihrer Bauzeit war St. Bonifatius das größte Kirchenbauwerk der protestantischen Residenzstadt. Im Zweiten Weltkrieg verlor sie bei einem Luftangriff Anfang Februar 1945 alle Fenster, das Dach und einen Teil des Gewölbes. 1965 wurde das Gewölbe wiederhergestellt und der Innenraum nach den Grundsätzen des Zweiten Vatikanischen Konzils neu gestaltet. Der Pfarrer dieser Pfarrei ist stets auch katholischer Stadtdekan von Wiesbaden.

Kurzfassung

Sie stehen vor St. Bonifatius am Luisenplatz, der katholischen Hauptkirche Wiesbadens. Philipp Hoffmann baute die neugotische Hallenkirche von 1844 bis 1849. Ihre beiden Türme sind 68 Meter hoch. Eine erste Kirche an dieser Stelle war 1831 eingestürzt.

Für Kinder

Du stehst vor einer großen Kirche mit zwei sehr hohen Türmen. Jeder ist 68 Meter hoch. Die Spitzen sind offen wie ein Gitter. Es ist schon die zweite Kirche an dieser Stelle. Die erste stürzte 1831 ein, kurz bevor sie fertig war. Wahrscheinlich war ihr Fundament nicht gut genug, denn hier lagen früher Teiche. Für die neue Kirche reichte das Geld nicht: Sie sollte 137.000 Gulden kosten, es waren nur 53.000 da. Der Pfarrer sammelte Spenden, auch bei einem Konzert im Kurpark. Kannst du durch die Gitterspitzen den Himmel sehen?

Quellen

Koordinaten: 50.079397, 8.239494 · auf der Karte

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