
Sie stehen vor dem Kurhaus. Es gehört zu den prunkvollsten Festbauten Deutschlands und ist der gesellschaftliche Mittelpunkt der Kurstadt. Der Name Wiesbaden entstand aus Wisibada, heilendes Bad. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Kur bei den höheren Gesellschaftsschichten und beim Adel immer beliebter wurde, wuchs auch die Bedeutung der Stadt. 1810 wurde der erste Cursaal fertig, das Alte Kurhaus, ein klassizistischer Bau des Architekten Christian Zais. Goethe lobte das Gebäude. Von 1840 bis 1910 stieg die Zahl der Kurgäste von 20.000 auf das Zehnfache, die Einwohnerzahl wuchs von 10.000 auf 100.000 im Jahr 1906. Ab etwa 1852 trug die Stadt stolz den Titel Weltkurstadt und hatte Baden-Baden als bedeutendste Kurstadt Deutschlands bald überholt. Das verlangte ein größeres, repräsentativeres Kurhaus. 1905 wurde das alte abgerissen. Friedrich von Thiersch errichtete für sechs Millionen Goldmark den heutigen Bau im Stil des Neoklassizismus mit Jugendstilmotiven. Kaiser Wilhelm II., der alljährlich im Mai zu Besuch kam, förderte den Bau. Bei der Eröffnung 1907 nannte er es das schönste Kurhaus der Welt. Der Haupteingang liegt auf der Westseite. Ein ionischer Säulenportikus trägt dort die lateinische Inschrift Aquis Mattiacis, den Wassern der Mattiaker geweiht. Sie erinnert an den römischen Namen der warmen Quellen. Die Westfassade ist 128 Meter lang. Vor ihr liegt das Bowling Green, so getauft von den englischen Kurgästen, eingerahmt von der Theater- und der Kurhauskolonnade. Die Kurhauskolonnade ist mit 129 Metern die längste Säulenhalle Europas. Drinnen liegt zwischen den beiden großen Sälen das Foyer, eine Halle mit einer 21 Meter hohen Kuppel. Der größere Saal heißt Friedrich-von-Thiersch-Saal, hat 1350 Sitzplätze und misst 40 mal 18 mal 17 Meter, der kleinere heißt Christian-Zais-Saal. Im Muschelsaal haben Fritz Erler und Alexander von Salzmann mit Fresken, Kieseln und Muscheln Wasser und Erde dargestellt. Im ehemaligen Weinsaal ist seit 1949 das Große Spiel der Spielbank untergebracht. Jedes Jahr gibt es den Ball des Weines und die Silvesterfeier mit musikalischem Feuerwerk auf dem Bowling Green.
Sie stehen vor dem Kurhaus, das 1907 eröffnet wurde. Es gehört zu den prunkvollsten Festbauten Deutschlands. Friedrich von Thiersch baute es für sechs Millionen Goldmark. Kaiser Wilhelm II. nannte es bei der Eröffnung das schönste Kurhaus der Welt.
Du stehst vor dem Kurhaus. Es ist riesig und prunkvoll. Über dem Eingang steht ein lateinischer Satz: Aquis Mattiacis. Das heißt: den Wassern der Mattiaker. So nannten die Römer die warmen Quellen hier. Der Kaiser kam jedes Jahr im Mai nach Wiesbaden. Als das Kurhaus 1907 eröffnet wurde, nannte er es das schönste Kurhaus der Welt. Die Säulenhalle daneben ist 129 Meter lang, die längste Säulenhalle Europas. Lauf doch einmal an ihr entlang. Wie viele Schritte brauchst du?
Koordinaten: 50.08474, 8.2477 · auf der Karte