Sie stehen vor der Jakobskirche, und diese Kirche ist eine Kirche der Übergänge: Sie liegt vor der Stadtmauer, sie wurde eine Hofkirche aus Not, und in ihrer Sakristei hat Goethe geheiratet. Zuerst der Ort. Den Namen trägt die Kirche als Station des Jakobsweges nach Santiago de Compostela. Das ursprüngliche Gebäude stand bereits 1168 auf dem danach benannten Jakobshügel. Im Mauerwerk steckt ein Stein, der auf die Einweihung dieser ersten Kapelle 1168 hinweist. Als im 13. Jahrhundert eine zusammenhängende Stadtmauer entstand, blieb die Kirche draußen, außerhalb der Stadt. 1712 wurde das alte Gebäude wegen Baufälligkeit abgetragen, und 1713 ließ Herzog Wilhelm Ernst an seiner Stelle eine einschiffige Barockkirche errichten, die der Landbaumeister Johann Adolph Richter realisiert haben dürfte. Das ist derselbe Herzog, der 1691 die Bibliothek gegründet hatte, an der dieser Rundgang begann. Nach dem Brand des Weimarer Schlosses wurde diese Kirche vor der Mauer 1774 zur Hofkirche. Sie diente auch als Garnisonkirche. Nun die Hochzeit. Am 19. Oktober 1806 traute Pfarrer Wilhelm Christoph Günther in der Sakristei dieser Kirche Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius. Nicht im Kirchenschiff, sondern in der Sakristei, dem Nebenraum. Schauen Sie sich innen um. Umgänge und Emporen sind klassizistisch ausgestattet. Auffällig ist der Segnende Christus, den Peter Kaufmann auf dem Hochaltar gestaltet hat: Bekleidung und Gestik weisen auf römische Vorbilder hin, und die Umrahmung durch eine Ädikula betont das noch. In der Kirche steht der Sarkophag des englischen Malers Charles Gore, der auch an den Tafelrunden der Herzogin Anna Amalia in Tiefurt teilnahm. Bei der Einweihung der Orgel von 1721 soll Johann Sebastian Bach anwesend gewesen sein; gebaut hatte sie Heinrich Nicolaus Trebs aus Weimar mit 18 Registern. Ein Fund von 2007 lohnt den Blick nach unten: Bei Renovierungsarbeiten am Fußboden wurde eine Grabplatte des im Dreißigjährigen Krieg erschossenen Hans Melchior Marschall entdeckt. Sie liegt noch unter den Dielen und ist durch eine eingelassene Glasplatte mit zuschaltbarer Beleuchtung zu sehen. Ein Wort zum Friedhof, und hier muss ich die Quelle offenlegen. Der Jakobsfriedhof wird heute nicht mehr benutzt. Die Einleitung des Quelle nennt dort die Gräber von Lucas Cranach und Friedrich Schiller. Der Abschnitt zur Ausstattung nennt die Grabmale von Lucas Cranach dem Älteren, Johann Karl August Musäus und Christiane von Goethe, Schiller aber nicht. Die beiden Angaben gehen auseinander, und ich löse das nicht auf. Hinzu kommt: Das Original der Grabplatte Cranachs des Älteren steht nach einer Quelle zur Herderkirche heute in deren Altarraum, an der Südseite der Jakobskirche befindet sich eine Kopie.
Sie stehen vor der Jakobskirche, einem Kirchengebäude des Barock. Das ursprüngliche Gebäude stand bereits 1168 auf dem Jakobshügel. 1713 ließ Herzog Wilhelm Ernst an seiner Stelle eine einschiffige Barockkirche errichten. In der Sakristei wurden Goethe und Christiane Vulpius getraut.
Diese Kirche stand früher draußen vor der Stadt. Als die Weimarer im 13. Jahrhundert eine Mauer um ihre Stadt bauten, blieb sie außerhalb. Das heutige Gebäude ist von 1713. In einem kleinen Nebenraum, der Sakristei, haben Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius 1806 geheiratet. Im Boden gibt es etwas Besonderes: 2007 fanden Arbeiter unter den Holzdielen eine alte Grabplatte. Man hat sie liegen gelassen und eine Glasscheibe darüber eingebaut, mit einer Lampe, die man anschalten kann.
Koordinaten: 50.9834, 11.3274 · auf der Karte