Stadtohr

Stadtrundgang Weimar · Station 11 von 16

Bauhaus-Museum

1995 · bauhaus, museum, neubau, sichtbeton

Ausführlich

Sie stehen vor dem Bauhaus-Museum am Stéphane-Hessel-Platz. Zwei Dinge sind hier zu erzählen: was drin ist und warum das Haus so aussieht. Zuerst das Innere. Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar gegründet, 1933 aufgelöst, und seine Lehrer und Schüler trugen die pädagogischen, künstlerischen und gestalterischen Ideen in die Welt. Das Museum zeigt Arbeiten des Gründungsdirektors Walter Gropius, der Meister wie Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Johannes Itten und Paul Klee sowie der Schüler, etwa Marcel Breuer und Alma Siedhoff-Buscher. Das Lehrprogramm war neu: der Vorkurs von Itten, die Formen- und Farbenlehre von Klee und Kandinsky, dann die Arbeit in den Werkstätten. Dieses Werkstattprinzip, die praxisorientierte handwerklich-künstlerische Ausbildung der durchschnittlich 150 Studierenden, war das Kennzeichen der Schule. Ab etwa 1922 gab Gropius die Richtung mit dem Satz vor, Kunst und Technik seien eine neue Einheit: Nicht kunsthandwerkliche Einzelstücke sollten entstehen, sondern Prototypen für die industrielle Fertigung. Dass das gelungen ist, können Sie heute im Laden kaufen. Das Bauhaus-Schach von Josef Hartwig, die Tischlampe von Carl Jakob Jucker und Wilhelm Wagenfeld, die Metallarbeiten von Marianne Brandt sind noch erhältlich. Im Erdgeschoss steht ein Modell des Musterhauses Am Horn, des einzigen Gebäudes, das das Bauhaus in Weimar geschaffen hat. Nun das Haus. 2011 lobten die Klassik Stiftung und die Stadt einen offenen internationalen Architekturwettbewerb aus. Die Zahlen dazu sind bemerkenswert: 2189 Architekten aus 60 Nationen meldeten sich an, 1151 Anmeldungen kamen aus Deutschland, 70 aus Thüringen, und schließlich reichten 536 Büros Beiträge ein. Den Auftrag erhielt die Architektin Heike Hanada mit Benedict Tonon, die einen schlichten Kubus in der Böschungskante des Weimarhallenparks vorgeschlagen hatten. Schauen Sie die Fassade an. Sie besteht aus Sichtbeton-Fertigteilen von 20 Zentimetern Stärke, die selbsttragend sind und mit 20 Zentimetern Abstand vor der 50 Zentimeter starken Außenwand aus Beton stehen. Ein Raster von Schattenfugen gliedert die Fläche, und in die waagerechten Fugen sind feine Glaskeramikstreifen eingelassen, die nachts von Lichtbändern erhellt werden. Eine Zeile zur Baugeschichte verrät, wie umstritten so eine Fläche ist: Vor dieser Fassade sollte als Zugeständnis an den Publikumsgeschmack ursprünglich noch eine Glasfassade hängen, die man aus Kostengründen wieder aufgab. Grundsteinlegung war am 28. Oktober 2016, Richtfest am 30. November 2017, Eröffnung am 5. April 2019. Für das alte Museum am Theaterplatz nennt eine Quelle an einer Stelle über 300, an einer anderen rund 250 Exponate. Ich nenne Ihnen beide Zahlen und sage dazu, dass sie nicht übereinstimmen.

Kurzfassung

Sie stehen vor dem Bauhaus-Museum am Stéphane-Hessel-Platz. Es zeigt die Arbeit des 1919 in Weimar gegründeten Bauhauses. Das erste Museum war 1995 in der kleinen Wagenremise am Theaterplatz eröffnet worden. Dieser Neubau wurde am 5. April 2019 eröffnet, zum hundertsten Gründungsjubiläum.

Für Kinder

Dieses Museum ist ein grauer Kasten aus Beton, und das ist Absicht. Es geht um das Bauhaus, eine Schule, die 1919 in Weimar gegründet wurde. Die Lehrer dort fanden: Ein Ding soll nicht verschnörkelt sein, sondern gut funktionieren und einfach aussehen. Die Schüler arbeiteten in Werkstätten mit Holz, Metall und Stoff. Manches von damals kann man heute noch kaufen, zum Beispiel ein Schachspiel und eine Tischlampe. Für dieses Haus schickten 536 Architekturbüros einen Entwurf ein.

Quellen

Koordinaten: 50.985, 11.32416667 · auf der Karte

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