Stadtohr

Stadtrundgang Weimar · Station 10 von 16

Klassisches Weimar

1998 · welterbe, weimarer klassik, bauensemble

Ausführlich

Diese Station hat kein eigenes Haus, weil sie eine Liste ist, und es ist die Liste, die diesen Rundgang zusammenhält. Klassisches Weimar ist seit dem 2. Dezember 1998 ein Eintrag des UNESCO-Welterbes. Er umfasst elf Denkmäler, die mit der Weimarer Klassik zusammenhängen, also mit der Zeit von etwa 1780 bis 1830, und dient als Zeugnis der höfischen und bürgerlichen Kultur in einer mitteleuropäischen Residenz um 1800. Zuerst die Personen, denn die Epoche hängt an vier Ankünften. 1772 kam der Dichter Christoph Martin Wieland in die Residenzstadt, 1775 Johann Wolfgang von Goethe, ein Jahr später Johann Gottfried Herder, 1799 Friedrich Schiller. Goethes Tod 1832 bedeutete den Endpunkt. Dazwischen liegen knapp sechzig Jahre in einer Stadt, die nach dem Wikipedia-Quelle zur Stadt heute rund 66.000 Einwohner hat. Nun die elf Stätten, und hören Sie zu, wie viele davon Sie schon gesehen haben. Dazu gehören Goethes Wohnhaus am Frauenplan und Schillers Wohnhaus, an dem Sie standen. Dazu gehören die drei Herderstätten: die Herderkirche, also die Stadtkirche St. Peter und Paul, Herders Wohnhaus und das Alte Gymnasium. Zu beiden Herderstätten führt dieser Rundgang noch. Dazu gehören das Weimarer Stadtschloss, die letzte Station, das Wittumspalais, an dem Sie gerade waren, und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, an der Sie begonnen haben. Dazu gehören der Park an der Ilm mit dem Römischen Haus, Goethes Gartenhaus und Goethes Garten am Stern, außerdem Schloss und Schlosspark Belvedere mit Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg und Schloss und Schlosspark Tiefurt, also die Sommersitze, auf denen die Tafelrunden stattfanden, von denen am Wittumspalais die Rede war. Und dazu gehört der Historische Friedhof mit der Fürstengruft. Jetzt die Begründung im Wortlaut der UNESCO, denn sie nennt zwei Dinge. Das erste ist die große kunsthistorische Bedeutung öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften aus der Blütezeit des klassischen Weimar. Das zweite ist die herausragende Rolle Weimars als Geisteszentrum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert. Es geht also nicht um einzelne Meisterwerke, sondern um die Dichte: Handschriften im Goethe- und Schiller-Archiv und Bücher in der Bibliothek auf der einen Seite, auf der anderen die erhaltenen Wohnhäuser, Gärten und Parks, die von der Lebenswelt der Dichter und ihrer Mäzene erzählen. Ein Nachsatz zur Entstehung dieser Liste, der zeigt, dass solche Entscheidungen nicht selbstverständlich sind: Die ursprüngliche Nominierung enthielt auch das Wielandgut in Oßmannstedt. Sie wurde zunächst auf Empfehlung des Beratungsgremiums ICOMOS abgelehnt.

Kurzfassung

Sie stehen in einem Welterbe. Klassisches Weimar ist seit dem 2. Dezember 1998 ein Eintrag der UNESCO und umfasst elf Denkmäler der Stadt. Sie gehören zur Weimarer Klassik, die man etwa von 1780 bis 1830 ansetzt. Vier dieser elf Stätten haben Sie auf diesem Rundgang schon gesehen.

Für Kinder

Diese Station ist kein Haus, sondern eine Liste. Am 2. Dezember 1998 hat die UNESCO elf Orte in Weimar auf eine besondere Liste gesetzt. Sie heißt Welterbe. Darauf stehen Dinge auf der ganzen Welt, die so wichtig sind, dass alle Menschen sie zusammen schützen sollen. Warum Weimar? Weil hier in wenigen Jahren viele berühmte Dichter gleichzeitig lebten: Wieland kam 1772, Goethe 1775, Herder 1776 und Schiller 1799. Auf der Liste stehen ihre Wohnhäuser, die Bibliothek, das Schloss, eine Kirche und mehrere Parks.

Quellen

Koordinaten: 50.98333333, 11.31666667 · auf der Karte

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