Sie stehen vor dem Theater Ulm am Herbert-von-Karajan-Platz. Der Name der Stadt und das Wort Theater gehören hier seit langem zusammen. Gegründet wurde das Haus 1641, es ist das älteste städtische Theater Deutschlands. Die frühesten Belege für Aufführungen in Ulm reichen sogar bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts zurück. Zwischen 1550 und 1650 erlebte das Komödienspiel seine Blütezeit. 1641 wurde wegen des großen Publikumszuspruchs nach den Plänen des Stadtbaumeisters Joseph Furttenbach in einer Kornscheuer auf dem Binderhof beim ehemaligen Dominikanerkloster ein Zweckbau für das Ensemble errichtet. Er hatte bereits Vorhang und Orchestergraben und eine Technik wie auf italienischen Bühnen, mit prismenförmigen, drehbaren Kulissen. 600 Sitzplätze gab es und 150 Stehplätze, schon 1650 wurde auf 1000 Plätze aufgestockt. Für deutsche Verhältnisse war das ein Novum. 1780 beschloss der Rat, die städtische Remise, das Kutschenhaus, zu einem Theater umbauen zu lassen. Der Komponist und Journalist Christian Friedrich Daniel Schubart wollte in Ulm einen Gedanken verwirklichen, ein deutsches Nationaltheater, doch die angespannte Finanzlage und seine Einkerkerung auf dem Hohen Asperg ließen die Pläne versanden. Herbert von Karajan hatte von 1929 bis 1934 als Erster Kapellmeister am Ulmer Theater sein erstes Engagement. 1944 und 1945 zerstörten Bomben das Theater nahezu vollständig. Nach dem Krieg diente die unzerstörte Turnhalle der Wagnerschule als Interimstheater bis zur Einweihung des Neubaus 1969. Der Intendant Kurt Hübner prägte von 1959 bis 1962 das Haus und holte Anfang der 1960er Jahre Peter Zadek, dessen Durchbruch als Regisseur hier gelang. 1963 wurde mit Paul Pörtners Stück Scherenschnitt in Ulm erstmals in Deutschland der Orchestergraben überwunden, und das Publikum konnte den Fortgang der Aufführung mitbestimmen. Das Haus, vor dem Sie stehen, wurde von 1966 bis 1969 nach Plänen von Fritz Schäfer gebaut. Unten gibt es das Studiotheater Podium: ein sechseckiger Spielraum mit 18 gegeneinander verfahrbaren Bodenelementen, in dem das Publikum auch rund um die Bühne sitzen kann. Bis 2006 hieß das Haus Ulmer Theater. 2008 bewilligte der Gemeinderat 18,3 Millionen Euro für eine Generalsanierung, bis 2017 wurde auch die Technik auf den neuesten Stand gebracht. Für die Junge Ulmer Bühne ist ein Neubau mit Proberäumen und Werkstätten geplant. Die Baustelle soll im Herbst oder Winter 2026 eingerichtet werden, fertig sein soll der Bau zur Spielzeit 2029/30.
Sie stehen vor dem Theater Ulm am Herbert-von-Karajan-Platz. Es wurde 1641 gegründet und ist das älteste städtische Theater Deutschlands. Das heutige Gebäude entstand von 1966 bis 1969 nach Plänen von Fritz Schäfer. Gespielt werden Oper, Schauspiel und Ballett.
Du stehst vor dem ältesten städtischen Theater Deutschlands. Es wurde 1641 gegründet. Die Bühne von damals hatte schon einen Vorhang, einen Orchestergraben und drehbare Kulissen. Man konnte sie umdrehen, so wechselte das Bühnenbild. 600 Leute konnten sitzen und 150 stehen. Später waren es sogar 1000 Plätze. Auch Herbert von Karajan fing hier an, 1929, als Erster Kapellmeister. Heute gibt es hier Oper, Schauspiel und Ballett. Wie würdest du eine Kulisse bauen, die sich drehen lässt?
Koordinaten: 48.4015, 9.98658 · auf der Karte