Sie stehen vor der Stadtbibliothek Ulm, der ältesten öffentlichen Kulturinstitution der Stadt. Schauen Sie auf das Gebäude. Der pyramidenförmige Glasbau ist 36 Meter hoch, hat neun Geschosse und eine Grundfläche von 29 mal 29 Metern. Ab dem zweiten Obergeschoss ist er als Pyramide gestaltet. Gottfried Böhm hat ihn entworfen, die Bauarbeiten kosteten rund 12,7 Millionen Euro, seit 2004 ist hier die Zentralbibliothek. Der Vorplatz im Westen ist in Form eines antiken Theaters angelegt. Zur Entstehung des Hauses gehört ein Streit. 1998 gab es einen Wettbewerb, und den ersten Platz belegte das Büro Minkus & Wolf. Der Entwurf stieß in der Bevölkerung und den Medien auf wenig Zustimmung. Nach öffentlichen Protesten entschied sich die Stadt für den überarbeiteten Entwurf des ursprünglich drittplatzierten Gottfried Böhm. Nun die Geschichte der Bibliothek. Sie wurde am 1. April 1516 gegründet, als der Nachlass des Juristen und Münsterpfarrers Ulrich Krafft in öffentlichen Besitz überging. Ursprünglich war er für Kraffts Nachfolger als Pfarrer gedacht, als Inspiration für ihre Predigten. Die Stadt aber machte die Bestände öffentlich zugänglich und ließ nördlich des Münsters ein Gebäude errichten, in das die Bibliothek 1520 einzog. Der erste Katalog von 1549 umfasst 800 Titel, davon 370 aus Kraffts Nachlass, 186 sind noch heute vorhanden. Im 17. Jahrhundert besaß die Bibliothek mehr als 22.000 Druckschriften, mehr als einige der traditionsreichsten Universitätsbibliotheken, etwa Heidelberg und Tübingen. 1726 zog sie ins Schwörhaus. Ein Brand im Schwörhaus 1785 zerstörte über ein Drittel der Werke, der Schriftsteller Friedrich Nicolai berichtete davon. Es folgten Umzüge, 1826 ins Schuhhaus östlich des Münsters. 1908 bezog die Bibliothek mit dem Stadtarchiv einen Anbau des Schwörhauses. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil des Gebäudes zerstört, die Bücher waren zu der Zeit ausgelagert und blieben unbeschädigt. Seit 1954 war das Schwörhaus wieder aufgebaut. Die Zentralbibliothek hat ca. 49.000 Titel aus der Zeit vor 1800, darunter ca. 60 mittelalterliche Handschriften und 620 Inkunabeln. Eine Quelle nennt als Gründungsjahr 1516. Das Missverständnis, sie sei schon im 15. Jahrhundert gegründet worden, geht auf einen Reisebericht zurück, der sich auf die Privatbibliothek des Pfarrers Heinrich Neithart bezog. Diese wurde erst 1658 der Stadt vermacht.
Sie stehen vor der Stadtbibliothek Ulm. Sie wurde am 1. April 1516 gegründet und ist eine der ältesten öffentlichen Bibliotheken Deutschlands. Seit 2004 ist die Zentralbibliothek in dem von Gottfried Böhm entworfenen pyramidenförmigen Glasbau untergebracht, der 36 Meter hoch ist.
Du stehst vor einer Bibliothek, die wie eine Glaspyramide aussieht. Sie ist 36 Meter hoch und hat neun Stockwerke. Die Stadtbibliothek gibt es aber schon seit 1516. Damals bekam die Stadt die Bücher eines Pfarrers und beschloss, sie für alle zugänglich zu machen. Später brannte es einmal im Haus, und über ein Drittel der Bücher ging verloren. Im Zweiten Weltkrieg waren die Bücher in Sicherheit gebracht worden. Beim Bau des neuen Hauses gab es Streit. Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Koordinaten: 48.39678, 9.99263 · auf der Karte